Sommeliertreffen am Gut Pössnitzberg

Sommelier zu sein bedarf es wenig scheint offenbar die herrschende Meinung zu sein, wenn es um diesen vielfältigen, anspruchsvollen, immer auch zwischen den beiden Polen Gastronom und Gast balancierenden Beruf geht, der leider zu oft mit dem Stempel „verzichtbar" behaftet ist. Dem entgegenzuwirken war das Anliegen von Christian Zach, Sommelier des Kreuzwirts am Pössnitzberg, und Hermann Botolen, einer der verdienstvollsten Sommeliers des Landes. Sie organisierten am 16. und 17. Juli 2013 ein Sommeliertreffen am Gut Pössnitzberg. Hatte das Sommelier-Symposion in Lech mehr den internationalen Vergleich im Fokus, so ging es in Leutschach um ganz nationale Blickwinkel. Denn der Berufsstand des Sommeliers ist zwar in der Spitzengastronomie gut eingeführt, doch so wirklich rosig sind die Bedingungen ganz allgemein nicht. Dabei ist der Sommelier, richtig eingesetzt, in einer wirtschaftlich angespannten Zeit ein zusätzlicher Umsatzbringer, der Gäste an das Restaurant bindet und die Qualität eines Betriebes steigert – so jedenfalls sollten Gastronomen und Hoteliers nach Meinung von Zach und Botolen den Sommelier sehen.

Mit dabei in der großen Diskussionsrunde waren unter anderen Mag. Willi Klinger, ÖWM-Chef, Gerhard Elze als ÖWM-Sommelierbeauftragter, und Sabine Flieser-Just, Präsidentin des Steirischen Sommelierverbandes; die Sommeliers Hermann Lankmaier, Burghotel Lech, Christoph Janger, Magnolia Graz, Josef Neulinger, Almhof Lech und Ljubo Vuljaj; außerdem speziell zur Jugendförderung eingeladen die vier Jungsommeliers Katharina Reiterer, Robert Hopfer, Manuel Repolusk und Georg Adam. Denn es ist erklärtes Ziel, diesen jungen Leuten ein Netzwerk zur Verfügung zu stellen, das es ihnen ermöglicht, ihr Wissen und ihre Erfahrung gemeinsam mit Top-Sommeliers weiter auszubauen und zu festigen.

Auch wenn die Arbeit des Österreichischen Sommelierverbandes mit seinen Landesverbänden wesentliche Beiträge zur fundierten Aus- und Weiterbildung der Sommeliers leistet – man denke nur an das High Potentials Programm – so kamen in der lebhaften Diskussion doch noch einige Wünsche, Gedanken und Anregungen zum Ausdruck, über die gemeinsam zu reden sich lohnt. Angesprochen wurde: die Strukturen in den Verbänden, die Einbindung von Sommeliers in den Vorstand, bessere Öffentlichkeits- und Pressearbeit, Anhebung des Kollektivvertrags, die Einbindung von Hobbyweinkennern, Förderung von Semmeliers, die ihren Beruf auch tatsächlich in einem Restaurant ausüben (durchaus auch von Seiten des Gastronomen), und der Wunsch nach häufigeren Sommeliertreffen, weil das Gespräch untereinander und der Erfahrungsaustauschein wertvoller Beitrag für das Standing der Sommeliers sein kann.

Die Conlcusio der Organisatoren: Alle sind gefordert, gemeinsam an einem Strang zu ziehen; dieser wunderbare Beruf verträgt durchaus frischen Wind, und der Gast verdient es, mit neuen inspirierten Weinempfehlungen überrascht zu werden.

Für die Unterbringung der Sommeliers kam Familie Polz auf; Erwin Sabathi versorgte mit Weinen und Backhendl, Christoph Polz präsentierte eine Verkostung der neuen Lagen, Armin Tement lud zum Mittagessen und präsentierte Sauvignon Blanc und Morillon aus unterschiedlichen Lagen. Die Kaffeepause übernahm Willi Klinger, als Give Away erhielten die Sommeliers einen Karton Gabriel Glas Gold Edition von Siegfried Seidl, die Loire-Weine für die Sauvignon Blanc-Verkostung stellte Werner Langsam/Getränke Wagner zur Verfügung.

Schließlich wurde nicht nur diskutiert, sondern auch praxisnah gearbeitet: mit einer Verkostung von Sauvignon Blancs aus den besten Lagen der Südsteiermark. 48 Weine der Jahrgänge von 2012 bis 2007, darunter auch Sancerre d'Antan von Domaine Henri Bourgeois als internationaler Vergleich. Der 2007 der Domaine landete es aequo mit 09 Hochstermetzberg Maitz und 07 Graf Sepp Muster auf Platz 11, die ersten beiden Plätze belegte Nussberg Gross 2008 bzw. 2007, gefolgt von Zieregg Tement 2007.

Der nächste Fixpunkt wird wieder das Treffen „The Importance of a Sommelier" im Almhof Schneider, organisiert von Roland Velich und Josef Neulinger, voraussichtlich im Jänner 2014. Die zweite Ausgabe des Sommeliertreffens von Christian Zach und Hermann Botolen findet voraussichtlich im April 2014 statt.