Brennende Tiere

30.04.2015
tags: literatur

Vor vierzehn Tagen träumt mir Seltsames.

Ich sitze in einem Kleinbus, in der zweiten Reihe. Wir fahren eine Art Feldweg entlang, aus irgendeinem Grund (ein plötzlicher Halt?) fällt alles aus meiner Tasche neben dem Fahrer auf den Boden. Ich beuge mich nach vor, um meine Dinge einzusammeln, und lande dabei auf dem Beifahrersitz, offenbar ist niemand mehr sonst im Auto. Der Fahrer macht eine Bewegung und hat einen Blick, als wolle er einen Übergriff wagen, ich öffne die Türe, meine Jean fällt aus dem Wagen auf den Weg. Ich überlege später, ob sie mir abgeht oder ohnehin nicht mehr richtig gepasst hat. Draußen am Wegrand stehen die Freundinnen, zucken nur mit den Schultern und haben große Augen. Wir, der schweigsame Fahrer und ich, fahren weiter, die Stimmung ist entspannt, die Landschaft grün, matte Sonne. Der Weg führt durch Felder (zuvor war rechts ein Waldhang) geradewegs auf ein schönes altes Dorf zu. Viel Blühen, der Weg geht in kleines Kopfsteinpflaster über; ein Torbogen führt in ein großes Gehöft. Bewegung, viele Menschen, die hier offenbar arbeiten, ich sehe auch Weinreben rund ums Gebäude, ein schöner Hof, sehr einfach, Steinmauern, unverputzt, die Menschen tragen alte Gewänder, es sieht aus wie in einem historischen Film. 

Szenenwechsel:

Ich fahre? (wenn, dann in einem pferdebespannten Wagen) / gehe? in die Gegenrichtung, nach einem kleinen Wäldchen öffnet sich eine weitläufige Wiese mit einer kleinen Kuppe in der Mitte. Lebendiges Treiben, viele Menschen in irgendwie mittelalterlichen Gewändern. Lautes Lachen, Musik, es ist dunkel, da und dort ein kleines Feuer. Auf einmal laufen Tiere vorbei, ängstlich, gehetzt. Schweine, kleine Ziegen, Hühner, alle mit Zweigen und großen Blättern fest umwickelt. Ich sehe voller Entsetzen, dass die Enden der Zweige ganz trocken sind und brennen. Das Gequiecke und angstvolle Geschrei der Tiere ist entsetzlich, sie rennen verrückt vor Angst drauflos. Die Menschenmenge johlt und tanzt wie verrückt, und auf einmal spazieren die Freundinnen stolz und aufrecht und in schöne echte Tiroler Tracht gewandet an mir vorbei, als ginge sie das alles nichts an. Ich sehe noch einen großen brennenden Holzhaufen und im Aufwachen das Datum: 30.4. Walpurgisnacht.

(Ich habe eine Erklärung für die Rolle der Freundinnen in diesem Traum. Dennoch: diese deutlichen Bilder, und die geplagten Tiere, das hat mich schon sehr verwirrt. Und dass ich mir einen Traum 2 Wochen lang so in den Details merke, ist auch nicht normal.)