Aktuelles

Im Augenblick Wichtiges wird zum Gewesenen, das aber zu gut war, um in Vergessenheit zu geraten. "Aktuelles" wird so zum zeitlosen Raum im Salon.

  • Die RAW, Londoner Weinmesse mit Kultcharakter, findet heuer erstmalsauch in Wien statt. Es geht, wie das „rau“, das eigentlich für „rare artisan wines“ steht, schon andeutet, um das weite Feld von Naturwein, also Weinen mit so unverfälschtem Ausdruck als möglich.
    15.6.2014 10-19 Uhr Palais Pallavicini, Josefsplatz 5 1010 Wien

     

  • Kärntner Wein und Steirischer Koch: Eine spannende Kombination aus bodenständiger, authentisch-regionaler Küche von Koch Markus Rath (zuletzt Küchenchef im Kreuzwirt am Pössnitzberg) und radikaler Kärntner Interpretation von Burgund – dem Pinot vom Längsee aus dem Hause Georgium.

  • Sommelier zu sein bedarf es wenig scheint offenbar die herrschende Meinung zu sein, wenn es um diesen vielfältigen, anspruchsvollen, immer auch zwischen den beiden Polen Gastronom und Gast balancierenden Beruf geht, der leider zu oft mit dem Stempel „verzichtbar" behaftet ist. Dem entgegenzuwirken war das Anliegen von Christian Zach, Sommelier des Kreuzwirts am Pössnitzberg, und Hermann Botolen, einer der verdienstvollsten Sommeliers des Landes. Sie organisierten am 16. und 17. Juli 2013 ein Sommeliertreffen am Gut Pössnitzberg

  • Kaiserwetter, Rekordbesuch, Standing Ovations: Der diesjährige Kongress der Jeunes Restaurateurs d'Europe, alle zwei Jahre abgehalten und erstmals vom 14.-16.4. in Österreich stattfindend, hatte mit einem strahlenden Aprilmontag vor der darob nah am Kitsch schrammenden Kulisse Salzburgs alle Trümpfe gezogen; die Veranstaltung geriet zum Fest der Superlative – das darf man unumwunden als Erfolg für die heimischen Jeunes verbuchen. 

  • Ein Pirat in den Bergen: Stefan Marquard, Junger Wilder der ersten Stunde und mittlerweile zu den Vätern des eigentlich nur in Österreich wirklich erfolgreichen Jungköche-Wettbewerbs zählend, zeigt sich ungebrochen als Rock'n'Roller der Küchenkünste und wurde schon zum zweiten Mal eingeladen, der Tiroler Küche in der fashionablen Ski Lounge von Serfaus seinen eigenen Interpretationsdrall zu verleihen. 

  • Seit dem Umbau vor etwa zwei Jahren zeigt das Hotel Post in Bezau eindrucksvoll Architekturkompetenz. Die genügt aber nicht für ein Alleinstellungsmerkmal in einer architektonisch so reichen Region wie dem Bregenzerwald, und auch mit einem Gourmetrestaurant wie dem „Irma"-Stübchen lockt man in einer gastronomisch so dichten Destination die Gäste nur bedingt an. Deshalb hat sich Susanne Kaufmann, die stilsichere Chefin des Hauses, zum Ziel gesetzt, auch entsprechende Weinkompetenz zu vermitteln.

  • Da drüben gibt‘s einen witzigen Imbiss, irgendwie künstlerisch - man sieht aber von außen gar nicht, dass da was ist, sagt die Freundin, deren wunderbares erstes Buch wir mit Champagner begrüßen. Als sie hinüber spaziert und mit einer Schüssel Szegediner zurückkommt, scheint dessen intensiver Duft mit den zarten Champagneraromen eigenwillige Geruchs-Interferenzen zu bilden, wie ein unbotmäßiges Eindringen der Esskultur-Basis in die hehren Gefilde elitärer Getränkekultur. 

  • „Wein war gestern, Knoblauch ist heute!“ sagt Alwin Jurtschitsch provokant. Aber wenn Sie einmal aufmerksam durch die Weingärten zum Beispiel des Kamptales streifen, werden Sie sehen, dass die fein säuberlichen Rebzeilen, wo Weinstöcke und nichts anderes stehen, vielleicht auch noch mit bösen Herbizidspuren rund um die Stämme und magerem Grün dazwischen, der Vergangenheit angehören. 

  • Peter Brauchl hat sich als „Erfinder“ des Alpenlachses ins Geschichtsbuch heimischer Top-Produkte eingeschrieben. Die Marke ist inzwischen verkauft (Soravia), aber der leidenschaftliche Fischzüchter - „das wollte ich auch immer bleiben“ - hat ein neues Projekt gefunden: die Bergforelle. Die urwüchsigen Forellen, auch als Steinforelle bekannt, die in kalten, klaren Gebirgsbächen ihr fröhliches Leben genießen und, da viel zu klein für sinnvolle gastronomische Ausbeute, dies auch ungehindert tun könnten, hatten es dem unermüdlich Suchenden in Sachen heimischer Speisefischkultur angetan.

  • Die Österreichische Sommelier-Staatsmeisterschaft ist gewiss kein lockerer Spaziergang durch Weinlandschaften und Stile, auch wenn der perfekte Altweibersommertag und die Rebzeilen rund ums Gelände einen solchen nahegelegt hätten - der Wettbewerb fand ja im Loisium Hotel in Langenlois statt. Aber der Sieger hat das Ticket für die nächste Weltmeisterschaft der Sommellerie in der Tasche, die 2013 in Japan stattfinden wird, der Zweitplacierte fährt in eben demselben Jahr zur Europameisterschaft nach San Remo: um sich mit den Besten weltweit messen zu können, müssen auch die Anforderungen im nationalen Wettkampf entsprechend hoch sein. 

  • Der Wetterumsturz hatte sich schon langsam angekündigt: aus 268° West war beständiges Donnergrollen zu vernehmen, und über den vormittags noch so sonnig leuchtenden Bergen zog sich das Licht zunehmend in ein lauernd ruhiges Dämmerschimmern zurück. Jenen, die den Weg zur Kriegeralpe, 2000 Meter hoch gelegen, unternommen hatten, war dies aber einerlei, die Ein-Mann-Musi spielte fröhlich auf, Hüttenhausherr Gerhard Lucian begrüßte Stefan Hick aus der Wachau, der mit seinen Chili-Spezialitäten im Gepäck gekommen war.

  • Wenn Herwig Ertl ruft, dann kommen sie: der Kaffeeröster aus Kötschach, der Bierbrauer aus Mauthen. Der schwefelfreie Weinmacher aus der Weststeiermark. Der verwegene Kräuterbauer aus Niederbayern, der stille Winzer aus dem slowenischen Karst. Die „Genussfestspiele“, vor 10 Jahren ins Leben gerufen und mittlerweile eine grenzüberschreitende Institution innerhalb des leicht überstrapazierten Begriffes von „Alpe trifft Adria“, zeigen freilich überzeugend dessen Gültigkeit.

  • So sehen Genusswelten aus: Lech - Kitzbühel - Wörthersee waren die ersten Stationen der alljährlichen Winzertour des Weinhandelshauses Döllerer, am 10. Mai 2011 machten Familie wie Winzer Schloss Fuschl zur Abschlussdestination für die aktuelle Jahrgangspräsentation. 

  • 2007 ist es gewesen, da lief ich auf der ProWein geradewegs in eine Sonderpräsentation des Jungen VDP.  Mir, die ich damals dem deutschen Wein gerade in seiner VDP-Präsenz einige Ehrfurcht (die zu einem guten Teil auch der noch verhaltenen Auseinandersetzung damit geschuldet war) entgegenbrachte, kam dies gerade recht.

  • Wenn S.Pellegrino ruft, kommen sie gerne: der bereits 14. Sterne-Cup, nicht nur der Schneesicherheit auch in frühen Frühlingen wegen von Kitzbühel vor 7 Jahren nach Ischgl als winterlicher „Lifestyle-Metropole“ abgewandert, wurde wieder einmal zum rauschenden Fest und fröhlichen Treffpunkt für hochdekorierte Köche aus Deutschland und Österreich. Dass derlei nur mit intensivem Sponsoring möglich ist, weil einfaches Schifahren ohne Eventcharakter und damit auch ohne Presseinteresse selbst bei den Köchen nicht diese Zugkraft hätte, wirkt nicht nur auf den ersten Blick anstößig, ist aber Realität, die zur Kenntnis genommen werden muss.

  • Tinaktoropos, Malagouzìa, Asprouda, Daphni, Thrapsathiri, Vidiano, Limnio, Kotsifali: Rebsorten mit wundersamen Namen, geläufig nur jenen, die abseits von Mavrodaphne, Rhitinitis oder Agiorgitiko tiefer in das Wesen des griechischen Weines einzutauchen vermögen. Die Qualitäten solcher Weine sind hierzulande viel zu wenig bekannt: diesem Umstand abzuhelfen hat sich die WINE System AG vorgenommen und den Griechischen Weinpreis organisiert - um „aus Wertschätzung und Anerkennung der authentischen Produkte dem griechischen Wein zu einem höheren, angemessenen Stellenwert in Deutschland, Österreich und später auch in anderen europäischen Ländern“ zu verhelfen. 

  • Wenn Stuart Pigott einen Abend lang moderiert, so tut er dies unbedingt und überhaupt überaus launig und sehr wohl mit beträchtlichem Informationsgehalt versehen. Wenn das auch noch in nächtlich flirrendem Salzburger Ambiente geschieht, so muss das zwangsläufig ein besonders gelungener Event werden - also geschehen am 16. März im Rahmen des eat&meet-Festivals ebendort. Schauplatz: der besonders des Abends stimmungsvolle Raum des m32 hoch droben am Mönchsberg. Gastgeber: Sepp Schellhorn und Toni Fritzenwallner. Gäste: Wein- und andere Freunde.

  • Der Galaabend, der am 21. März in der Aula der Wissenschaften das Engagement von Hotellerie und Gastronomie in Sachen Wein würdigte, geriet zu einer eindrucksvollen Inszenierung - der Dank gebührt hier vor allem den Damen Havel & Petz. Der Erfolg für die zweite Auflage des noch jungen Vineus Award wurde - dank überzeugender Performance des Küchen- wie Serviceteams  - auch sichtbar und schmeckbar. Und wenngleich unter den Nominierten einige „alte Hasen“ waren, gab es aufgrund des Publikumsvotings durchaus Überraschungen bei den Auszeichnungen; zwei von fünfen sind zudem - oh yeah - Frauen. And the Vineus goes to ....

  • Gerade erst zu Arche-Produkten geboren und schon in Tirol auf dem Teller: die neuen Passagiere der Arche des Geschmacks waren am 9.3. high noon eben erst bestätigt worden, und bereits Tags darauf zeigte in einem Abend zum Thema „Essen, was wir retten wollen“ das slow food Convivium Tirol diese Produkte in einigen ihrer Möglichkeiten: Uhudler, Roter Veltliner, Hirschbirne als „flüssige“ Passagiere, Waldviertler Waldstaude und Pielachtaler Dirndl als fast der Vergessenheit anheim gefallenen Raritäten unserer regionalen Vielfalt an Nutzpflanzen.

  • Wer in Wien Weltkarriere machen will, muss schon ein G‘mischter Satz sein - dieser Schluss zumindest lässt sich aus dem neuen Buch von Oliver Gruen ziehen. G‘mischter Satz - Weltkarriere in Wien: damit wird diesem urwienerischen Genussmittel, das den Sprung in die internationale Wahrnehmung geschafft hat, ein vergnügliches Denkmal gesetzt. Autor und Musiker Oliver Gruen ist mit der ganzen Kraft seiner Person in dieses Phänomen eingetaucht, zollt den schillernden Facetten eines exemplarischen Weines aus Wien Tribut.

  • Es ist das bereits vierte Buch aus der Serie „Kochen und genießen mit Bier“, das vor wenigen Tagen präsentiert worden ist - im Zillertal natürlich, weil diese handlichen Kochbücher in Zusammenarbeit mit Zillertal Bier entstehen. „Saftig zarte Fleischgerichte“ ist der Titel, und das Warum für dieses Buch muss nicht lang erklärt werden: weil Bier und Fleisch einfach perfekt zusammenpassen!