Sektieren Sie mit! Die österreichische Sektpyramide

22.10.2017

Es war ein langer Weg bis zu den Sekten g.U., aber nun ist es geschafft: beim Kick-Off zum Tag des Österreichischen Sektes, der alljährlich am 22.Oktober begangen – oder be-trunken? – wird, konnten am 20 Oktober 2017 die drei Qualitätsstufen des österreichischen Sekts, zur Pyramide geformt, präsentiert werden.

Seit 2013 arbeitet das Österreichische Sektkomitee daran, im Herbst 2016 konnten endlich die rechtlichen Rahmenbedingungen finalisiert werden. Es ist so einfach wie sinnig: eine breite Basis mit „Sekt g.U. Klassik“, in der zweiten (und kleineren) Ebene „g.U. Reserve“ und ganz oben die dünne Spitze mit „g.U. Große Reserve“ – auf die wir freilich noch bis Oktober 2018 warten müssen! 

Die Reifezeit macht den Unterschied: mindestens 9 Monate Hefelager für die Klassik aus österreichischen Trauben und Grundweinen; mindestens 18 Monate für die Reserven, die aus einem generischen Weinbaugebiet stammen und in traditioneller Flaschengärung produziert werden, sowie schließlich mindestens 30 Monate Hefelager für die großen Reserven. Alle g.U. Sekte sind an der Banderole zu erkennen, die sich ja schon im Sinne der Herkunftserkennung schon beim Wein bewährt hat.

Bei der Kick-Off Verkostung konnte man aus einer Fülle an g.U. Klassik- und Reserve-Sekten der besten Kellereien und Weingüter zu wählen; aus der Vielzahl hab ich mir ein paar Lieblinge herausgepickt und sie in zufälliger Reihenfolge hier versammelt; das ständige g.U. erspar ich Ihnen ;)

Jurtschitsch 
Brut Rosé Reserve aus ZW, PN und etwas SL. Verführerisch, intensive Frucht von Ribisel und Himbeere, mit 8 g RZ trocken. Brut nature vom GV sehr trocken, leicht rauchige Noten, straff.

Langmann 
Ein Viertel der Produktion am Weingut sind Frizzanti und Sekte. Der Schilchersekt fährt mit Stachelbeer und Schwarzen Ribiseln direkt in die Nase, hat die typische Schilcher-Säure, ist fröhlich und schmeckt einfach! Der Brut Rosé 2015 gibt sich rund und füllig, verbreitet ein sehr trockene Feeling mit 6g Dosage, hat trotz kräftiger Farbe vergleichsweise wenig Frucht. Blanc de Blancs 2015 mit 5-6g Dosage, reinsortiger Chardonnay, der würzige Typ.

Graf Hardegg
Alle traditionelle Flaschengärung, handgerüttelt; der Jahrgänge wegen noch nicht g.U. Reserve. Brut Rosé 2013 aus PN und ZW; straff, frisch, trocken Chardonnay Brut sehr elegant, 2010 intensive Nase, gereift, aber kühl – das macht der Jahrgang! 2006 die große Geschmeidigkeit mit reifer Frucht und dennoch einem Maß an Frische, das gut tut. Hat sich gut entwickelt.

Mayer am Pfarrplatz
Riesling Klassik Wien; Kalkmineralik, satt mit Struktur, perfektes Säure-Restzucker-Spiel

Müller-Grossmann
Brut Nature Reserve 2015 80% WB 20% WR, keine Dosage, sehr elegant; Rosé Reserve 2015 allerfeinste Frucht, aber viel zu jung!

Topf
Die Reserven kommen erst in zwei Wochen raus. Der Brut lag bis April auf der Feinhefe. Brut2013aus je einem Drittel GV, PN und WB+CH aus der Ried Hasel wurde spontan im 2000l-Fass vergoren, lag ein Jahr auf der Feinhefe. Rosé ZW mit reifer Frucht und großer Saftigkeit ein wunderbarer Speisenbegleiter; beide Sekte sind typisch „topf-ig“

Harkamp
Zero Dosage 2013 belebendst; Brut Reserve 2013 Eleganz mit Frische und Kraft; beide sind aus PN, PB, CH. Brut Rosé N.V. mit vollem PN-Liebreiz, voller Kraft, Freude und Eleganz. Die Harkamps sind Fans von Pinot Noir.

Schloss Gobelsburg
Vintage 2004 (PN, RI, GV) absolut spannend, weil hier die Kühle des Jahrgangs auf den gereiften Wein trifft: ein tolles Spiel mit viel Freude für delikate Speisen!

Loimer
Extra Brut Reserve (GV, ZW, PN): herrliche Reifenoten, Apfelfrucht; als Dosage wurde ein gereifter Chardonnay verwendet. Lag 15-16 Monate auf der Feinhefe. Fred Loimer tendiert zu 18 Monaten auf der Feinhefe für die Reserven. Hohe Eleganz auch im Brut Rosé Reserve aus ZW und PN. Auf 60 ha wird biodynamisch gearbeitet, ein klarer Fall für TRINKEN!

Bründlmayer
Neu ist der Blanc de Blancs aus 100% Chardonnay, der 3 Jahre auf der Feinhefe lag. Der zarte Holzton erklärt sich aus den kleinen Holzfässern für die Grundweine. Balancierte Frucht, Länge, cremig mit 5g RZ. Extra Brut (CH, PN) mit pikanter Würze, straff und klar.

rennersistas
Extra Brut Rosé Klassik (ZW, PN) kraftvolle Frucht, Eleganz, ein starkes Schwesternstück in seiner ganzen Länge!

Minkowitsch
Zu guter Letzt aus Abgelegenheitsherkunft Mannersdorf an der March Roland Minkowitschs 2015 Rheinriesling Brut Klassik, geschmeidig wie frisch, hocharomatisch, fast schon eine Rarität!

Kleine kulinarische Ergänzung zum Abschluss: Andreas Gugumuck hat zu seinen Schneckengerichten mit Fritz Wieninger einen Gemischten Satz entwickelt, der zwar atypisch ist für Wieninger, umso besser aber zu den intensiven Schneckenglasln passt.

 

 

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