summa summarum: summus!

29.05.2016

Alois Lageder ist immer schon Vordenker und Visionär gewesen, mit Sohn Clemens zur Seite wird dies konsequent fortgesetzt – nicht zuletzt, nein vielmehr ganz maßgeblich auch durch das Engagement von Georg Meißner, der als Biodynamie-Spezialist für weitere Fundierung dieser tiefgreifenden Ausrichtung im Weinanbau sorgt.

Die Summa, die alljährlich zeitgleich zur Vinitaly stattfindende „Hausmesse“, ist deshalb keineswegs nur eine Versammlung langjähriger Freunde des Hauses, wie der ein oder andere Kritiker angesichts der Namen auf der Verkostungsliste zu bemerken sich bemüßigt fühlen mag. Ganz abgesehen davon: ein guter Toskaner ist ein guter Toskaner ist ein guter Toskaner ...

In den Demeter-Räumen des großartigen historischen Ensembles von Cason Hirschprunn sind jedenfalls Entdeckungen zu machen, und das nicht nur beim Wein; Stichwort etwa: Van Nahmen. „Demeterisiert“, auf jeden Fall aber dynamisch bereichert darf man sich auch angesichts der kulinarischen Partner fühlen, die mit so simpel klingenden, aber ureigensten alpinen Produkten Brot, Speck, Käse aus den Tiefen der Region das Wertvollste hervorzuholen wissen.

Und dann ist da noch die ganze in Tór Löwengang präsentierte Vielfalt des Lageder-Sortiments, zum einen von den eigenen Weinbergen, allesamt biodynamisch bewirtschaftet, sowie von jenen Traubenlieferanten, die dem Haus seit langer Zeit verbunden sind und sich nach und nach auch den neuen Ideen öffnen. 

Mit Seminaren und Führungen wurde dem Wesen „Lebensraum Weingarten“ im wahrsten Sinn des Wortes nachgegangen, nämlich steil erwandert; besonderes Kellerthema war heuer die „Kometenweine“. Wegweisende Impulse im Keller, die auch den Klimawandel mit berücksichtigen; ein Thema, das Alois Lageder besonders am Herzen liegt. Tannat ist etwa seit 1992 bereits im Anbau, kleinbeerig  auf 100% Kalkböden wachsend, elegant in seiner Frucht, wenn er reif ist. 

Eine ganz besondere Traube ist aber Manzoni bianco, Kreuzung aus Rheinriesling und Weißburgunder, aufgrund von wenig Ertrag nur zu gern beiseite geschoben gewesen – doch mit ihrer Kleinbeerigkeit und entsprechend dicken Schalen angesichts der sich wandelnden Klimabedingungen bestens gerüstet. Dazu noch hohe Säurewerte und niedrige Zuckergradation: perfekt! Der Fórra bianco wurde 2009 in der Lage Paradeis oberhalb von Margreid gepflanzt. Schalenkontakt über mehrere Tage für ein lebendiges Profil, Spontanvergärung und einige Monate im Holzfass mit später Füllung und maßvoller Schwefelung haben einen beispielhaften Wein voller Frische, hoher Mineralität und Lebendigkeit hervorgebracht, höchst anregend schon bei der Fassprobe im Keller.

Das Kühe-im Weinberg-Projekt
Interview mit Georg Meißner
Die Bündelung biodynamischer Kräfte

 

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