Winzarei - Wohnen an Großer Lage

20.08.2013
tags: wohnen
Freier Blick. Bis er über steile Hänge in die Tiefe fällt. Zieregg – das ist nicht irgendein Name, er ist verknüpft mit einem der besten weißen Weine des Landes aus Großer STK Lage. Und an der urlaubend zu wohnen hat Familie Tement nun möglich gemacht. Warum sie sich das antun, werden Armin, Monika und Heidi oft gefragt. Aber die alten Winzerhäuschen verfallen zu lassen brachten sie allesamt nicht übers Herz.

Winzer, das waren früher die kleinen Weingartenarbeiter, die für den Weingartenbesitzer gearbeitet haben.* Und die wussten schon, wo sie ihre Arbeitshäuschen hingestellt haben, immer in bester Lage. Um diese Bausubstanz mit Holztramdecken oder Steingewölbe zu erhalten, entstand also das Projekt Winzarei. Die Sorgfalt, die bei der Gestaltung der Räume an den Tag gelegt wurde, ist auf den ersten Blick sichtbar, dafür zuständig ist vor allem Heidi Tement.

Viel altes Mobiliar, Tische und Stühle und Truhen und Kommoden, Altholz auch im Bad als Ablage, großzügige Raumaufteilung, wunderbare Matratzen, alles fällt in die Kategorie Appartment, Typ edel. In der Küche alles da, was man für eventuelle Kochgelüste benötigt, vor allem fürs Frühstück: Wasserkocher, Kaffee- und Espressomaschine, Bio-Kräutertee und ein gut gefüllter Kühlschrank mit erster Jause, hausgemachter Marmelade, Eiern und einer Auswahl an Tement-Weinen.

Das Frühstück wird frühmorgens vor die Haustüre geliefert, da schlägt auch die Stunde des Gartens. Der ist bei allem Wohnluxus das Beste am ganzen Ensemble: jede Wohneinheit hat ihren Tisch draußen, mit Blick auf hinabstürzende Weingärten am Zieregg, auf die Aussichtswarte am Platsch, runter in den slowenischen Süden. Um die schattigen Plätze unterm großen Nussbaum muss man sich mit den Nachbarn nicht streiten, es gibt Liegestühle für alle. Der zusätzliche große gemeinsame Tisch fördert den nachbarlichen Austausch, auch wenn der nur über 2 Tage stattfindet.

Was das Wohnen am Zieregg, in diesem Refugium für Qualitätsverwöhnte, die die Unabhängigkeit schätzen und doch manchen Komfort nicht missen wollen, so unterscheidet von anderen, durchaus aussichtsreichen Plätzen oder modernen neuen Anlagen in der Region, ist die Individualität und Zurückgezogenheit, die hier möglich ist. Die Straße endet hinter dem Wäldchen, ist nur Zufahrt. Hier könnte man auch beruhigt und vertrauensvoll bedürfnislos werden. Wenn zum Beispiel wegen großer Hitze das Unterwegssein zu anstrengend würde. Für alles ist gesorgt: Obst, Gemüse, Brot, Speck, Käse. Wein. Gleich unterhalb der Winzerhäuschen, neben der Kapelle, befindet sich zudem die Magnothek, die ist Manfred Tements Kind. Hier kehrt man ein zum Abendessen und trinkt sich großenflaschenweise in die Nacht. Nicht nur mit Tement.

Bereits im Entstehen: die zweite Edition der Winzarei auf slowenischer Erde. Ciringa statt Zieregg. Da wird dann auch ein Pool für die heißen Tage dabei sein. Aber erst sollte man den Herbst hier versuchen.

* „Die Regelung der Vertragsbeziehungen zwischen einem Weingartenbesitzer und einem “Winzer”, welchem es obliegt, mit seinem Hausstand, mit eigenem Personal, eigenem Vieh und Inventar die während eines Jahres erforderlichen Arbeiten der Betreuung und Bearbeitung eines Weingartens zu besorgen, und welchem vom Weingartenbesitzer als Entgelt hiefür die Nutzung anderer Grundstücke überlassen wird, ...“