Rebels with a cause: RUTZ!

23.09.2013

Ein Wein wie keiner sonst, und das gleich mehrfach: das ist die Selektion der RUTZ Rebellen, die es in nunmehr dritter Serie gibt. Weine fern von Durchschnittshaltung und Austauschbarkeit, dafür voller Individualität, unkonventionell, Grenzen auslotend.

Die Aufgabe, die Billy Wagner, charismatischer Sommelier der RUTZ Weinbar, „seinen“ Winzern stellt, ist so klar wie speziell: In der Selektion seiner RUTZ Rebellen genügt ihm nämlich nicht ein Wein aus dem normalen Sortiment in Extraabfüllung mit eigenem Etikett, nein, es sollte schon ein besonders überraschendes Prachtstück in Extradimension werden. Vinifiziert wird individuell, exklusiv und in enger Abstimmung mit dem RUTZ, weshalb auch Schlagworte wie „Authentizität“, „eigene Geschichte“ und was sonst noch gerne nicht nur um polarisierende Weine aufgebaut wird, nicht reichen, um deren ganze Tiefe zu erfassen. Den RUTZ Gästen wird dafür sehr selbstbewusst abverlangt, die bequemen Bahnen ihrer gewohnten Geschmackserfahrungen zu verlassen und sich der je nach Wein sanften oder provokativen Rebellion auszusetzen.

Die dreckigen Neun der aktuellen Rebellen Kollektion Jahrgang 2011/12
Notizen einer Verkostung am 1.September 2013
(Die kursiven Titel sind die von Billy Wagner definierten Themen)

Uwe Schiefer: Ein Wein – kein Kompromiss
Rutz Rebell 
Rose of my Heart 2011
Fleischig und straff, etwas Beeren, viel Gerbstoff. Reduzierte Frucht, viel Mundgefühl, höchst lebendig und fordernd. 
Die Doppelmagnum, die es zur Verkostung gab, war schon zwei Tage zuvor geöffnet worden. Blaufränkisch vom Cszaterberg, mit 18,5 KMW geerntet. Einfach nur abgebeert, nicht gequetscht. Mit Eigendruck rinnen lassen, kurz auf der Maische bis zum spontanen Gärbeginn. Zwei bis drei Mal Batonnage, gegen zu viel Reduktion. Nur einmal mit der vollen Hefe bewegt, so auf die Flasche gefüllt. 
500 Liter in 0,75 l, 1,5 l und 3,0 l
0,75 l 29,00 Euro
1,5 l zu 58,00 Euro
3,0 l zu 116,00 Euro

Peter Kühn: Das neue Rheingau
Rutz Rebell Riesling 300m NN 2011
Von 300 Höhenmetern am Hendelberg, Buntschiefer. „Grenzgehen“, sagt Peter Kühn selber. Etwas Maischegärung, im traditionellen Halbstück, die große Typizität des Rheingauer Rieslings dadurch wieder hervorholen.
Offen, oxidierter Apfel, hohe Präsenz, rund durch Fruchtreife, Schmelz, kräuterwürzig, präzise Säure, Mineralität und Tannin ergeben die anregende Würze des Weins.
500 Liter in 0,75 l, 1,5 l und 3,0 l
0,75 l zu 39,00 Euro
1,5 l zu 83,00 Euro
3,0 l zu 172,00 Euro

Sven Leiner: Eine Lage – Drei Rebsorten
Rutz Rebell
Kalmit 2011
Zu je einem Drittel Riesling, Chardonnay und Weißburgunder, zeitgleich gelesen. 18 Monate auf der Vollhefe, in alten 500l Fässern. Im Frühjahr von der Hefe genommen, Mai/Juni unfiltriert von der Feinhefe. Erst nach einem Jahr 35 mg Schwefel, und fertig. Jürgen Leiner arbeitet sei 2005 biodynamisch und ist seit 2011 demeter-zertifiziert.
Ein komplexer Speisenbegleiter, der von jeder der drei Sorten den Anteil zeigt. Die Frische hat er vom Riesling, Geschmeidigkeit und Honignoten von Chardonnay und Weißburgunder.
500 Liter in 0,75 l, 1,5 l und 3,0 l
0,75 l zu 37,00 Euro
1,5 l zu 75,00 Euro
3,0 l zu 160,00 Euro

Henrik Möbitz: Rosé du Terroir
Rutz Rebell
Kanzel Pinot Noir Rosé 2011
Hell schimmernd im Glas, wie ein ernsthafter Burgunder am Gaumen, fast schon ein Rotwein. Und so ist er auch im Ausbau konzipiert, 10-18 Monate auf der Vollhefe, nur ohne Tannin. Sehr feine Beerenfrucht, angenehm rund und doch mit viel Würze. Delikater Wein aus einem opulenten Jahr, wärmend. Alles, was ihm zum Rotwein „fehlt“, ist die Maischegärung.
210 Liter in 0,75 l und 1,5 l
0,75 l zu 39,00 Euro
1,5 l zu 78,00 Euro

Christoph Neumeister: Sauvignon Blanc Fragezeichen
Rutz Rebell
Sauvignon Blanc 2011 Landwein
Christoph Neumeister profitiere in der Zusammenarbeit mit Billy Wagner selbst an dieser neuen Erfahrung. Sein Sauvignon Blanc, mit dem Qualitätssiegel Landwein ausgezeichnet – der Kostkommission schien das Geschmacksbild sichtlich zu abwegig – spielt gekonnt und elegant mit der Orange-Thematik.
Gerebelt ins Fass, spontane Gärung ungekühlt, 10 Monate auf der Maische. Abgeseiht im Juli 2012. Kaum Schwefel. Goldfarben, straff im Gerbstoff, Kümmel, Fenchelsamen, sehr präzise, saftiger, ganz unanstrengender Trinkspaß. Ein Wein, der enorm Freude macht.
400 Liter in 0,75 l, 1,5 l und 3,0 l
0,75 l zu 36,00 Euro
1,5 l zu 74,00 Euro
3,0 l zu 150,00 Euro

Emilio Foradori: Unser weißer Amphorenwein
Rutz Rebell
Manzoni Bianco 2011
Die Aromatik dieses Rutz Rebellen geht ins Traminerartige. Sehr intensiv, reduktiv, er braucht noch Zeit. Rund, voll, mit der dem Mazoni Bianco zu eigenen Würze, straff. Eine saftige, feine Lebendigkeit ohne Tannin“aggression“, das special für Einsteiger, die verträgliche Amphore sozusagen.
Der Unterschied zu den „normalen“ Foradori-Amphorenweinen: hier wurde in spanischer Amphore ohne Maische gearbeitet. Das Gefäß potenziert die Energie der Traube, deshalb wird es eingesetzt.
400 Liter in 0,75 l
0,75 l 34,00 Euro

Dominik Huber: Ein animierender Weißwein aus Catalunyen
Rutz Rebell
Terra de Cuques 2012 Terroir al Limit
Der Wein ist eine einzige hocharomatische Verwirrungsfalle. 80% Pedro Ximenes und 20% Muscat sorgen für einnehmendes Aromenspiel in der Nase, verführen zum schnellen Schluck in der Erwartung von wohliger Geschmeidigkeit. Doch länger auf der Maische gelassen, braucht dieser Wein den geübten Gaumen, er überrascht mit Frische, ist straff und gerbstoffig, mit gedrosselter Frucht. Trotz dieser Gerbstoffattacke ist der Wein trinkbar, freundlich, sautrocken und anregend. Einfach einer jener Weine, von denen man immer mehr will. 
450 Liter in 0,75 l, 1,5 l und 3,0 l
0,75 l zu 52,00 Euro 
1,5 l zu 99,00 Euro 
3,0 l zu 198,00 Euro

Joachim Christ: Trinkfrisch aus dem Süden Frankreichs
Rutz Rebell
Carignan de Calce 2011 Domaine de l‘Horizon
100% Carignan brauchen reichlich Luft. Erst kommt ein kraftvolles Stinkerl, dann Fleischsuppe und rauchige Würze. Straffer Gerbstoff, Fülle an Aromen, lebendige Säure. Sehr karger Wein. Normalerweise ist der Carignan nur in Cuvées, aber für Billy gibt‘s diesen Stoff aus 80jährigen Rebstöcken eben solo. Damit die südliche Strauchwürze auch richtig ankommt.
500 Liter In 0,75 l und 1,5 l
0,75 l zu 35,00 Euro
1,5 l zu 70,00 Euro

Volker Raumland: Keine 32 Gramm Dosage!
Rutz Rebell
Sekt Brut Nature
Der Dauerbrenner aus dem Sekthaus Raumland: es muss kein Zucker im Spiel sein, um Körper und Frucht zu haben. Im Gegenteil, so kommt die Würze noch viel besser zur Geltung. In aller Trockenheit anregend, gut für davor, mittendrin und danach. 
0,75 l zu 26,00 Euro

Aus vorhergehenden Serien bei der Verkostung dabei (weitere Rebellen-Winzer/Weingüter: Eva Clüsserath, Philipp Wittmann, Azienda Cos, Johannes Hirsch, Clemens Busch, H.O. Spanier, Bürklin-Wolf)

Holger Koch: Rutz Rebell reloaded
Rutz Rebell
Grauburgunder 2010 unfiltriert
Kaiserstuhl der anderen Art; Ausgebaut im 500l-Fass, wurde ein Viertel der Trauben entrappt und nur leicht angequetscht hinzugefügt, das gibt kernige Würze und einigen Gerbstoff. Nach 6 Monaten wurde ohne Filtrieren und Pumpen abgezogen. Die Reifezeit tat dem Wein gut: angenehme Nase, viel Frische, geht nicht wie oft in die Breite, sondern bleibt zart und samtig, ein sehr flüssiger Grauburgunder. 
1,5 l zu 59,00 Euro

Dirk Niepoort: Rutz Rebell reloaded
Rutz Rebell
Bastardo Vinho Tinto 2010
Eine Rebsorte, die eigentlich gar nicht in die Gegend passt, wo sie wächst: Bastardo, auch als Trousseaud im Jura bekannt, reift einfach zu früh. Aber Dirk liest sie eben auch früher, ein heller Wein, elegant und frisch statt schwer und rustikal ist das Ergebnis. Viel Beeren, saftig, animierend. Die 14% sind locker trinkbar.
0,75 l zu 46,00 Euro
1,5 l zu 124,00 Euro
3,0 l zu 258,00 Euro

Bis zum 30.9.2013 gibt es Vorzugspreise, Grund genug, sich mit den Rebellen aus gutem Grund einzudecken!

 

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