Gasthof Schloss Aigen: Herbstfall in der Suppentasse.

28.08.2010

Es war der vielleicht letzte richtige Sommertag des Jahres, und doch lag Herbst in der Luft. Und flog durch die Luft, landete in Form eines trockenen Kastanienblattes mitten in der Rindsuppe. Aber in was für einer Suppe!

Es ist ja nicht so, dass nur Wien mit dem Plachutta sein Rindfleischparadies hat. In Salzburg ist es der Gasthof Schloss Aigen, und der liegt zum Glück nicht bequem zu Fuss mitten im Trubel der Stadt, sondern so richtig im Grünen, das macht die Idylle perfekt. Von außen einfach nur alte Mauern, der Eingang ein wenig im Winkel versteckt, doch dahinter dann dieser wundervolle Gastgarten, sonnendurchflutet, auf jedem Tisch üppige Rosen, alles ganz einfach, doch mit Stil. Frau Forstner, die herzliche Gastgeberin, ist all ihren Gästen gleichermaßen zugewandt, ob sie nun zur Festspiel-Künstlerelite zählen oder einfach dem Ruf der Küche gefolgt sind.

Das Rindfleisch also, vom Pinzgauer Rind. Auf der Karte sind die Teile einzeln angeführt und zugeordnet, mit einer kleinen Charakterisierung der jeweiligen Besonderheiten. Aber man tut gut daran, sich von der versierten jungen Dame im Service beraten zu lassen, die trifft punktgenau die Vorlieben. Erst gibt's freilich die Suppe, mit Einlage nach Belieben, auf jeden Fall auch Markscheiben. Auch die Beilagen sind frei wählbar, Cremespinat oder zartblättriger Kohlrabi, noch knackig, oder Karotten - nur Rösti, Schnittlauchsauce und Apfelkren gehören zum obligaten Programm.

Kavalier- und Kruspelspitz sind die vielleicht saftigsten Teile, schön marmoriert, ein bisserl Fett darf auch dabei sein - und alles so zart und weich, dass man sich über jedes zusätzliche Stück, das aus der heißen Suppe in der Kupferpfanne nachserviert wird, wieder freut. Es gibt freilich nicht nur gekochtes Rindfleisch, sondern auch Fisch und feine saisonale Gerichte, Kalbsbries mit Eierschwammerl zum Beispiel oder Spanferkelravioli mit Sauerkraut. Oder, als sommerlich-leichte Vorspeise, Jakobsmuscheln mit Flußkrebsen, weißem Pfirsich, Lardo und Pilzen.

Bayrisches Bier oder Wein, ist die Frage, oder keine: weil Tochter Christl den Andreas Döllerer geehelicht hat, gibt es eine direkte Verbindung zu den Weinschätzen aus Golling. Einiges wird auch glasweise angeboten, und auf die gute Beratung kann man sich genauso wie bei der Fleischwahl verlassen. Und wenn die Chefin zuletzt dann noch mit den Guglhof-Schnäpsen kommt, tät man sich halt einen Chauffeur wünschen!

Gasthof Schloss Aigen
Schwarzenbergpromenade 37
5026 Salzburg-Aigen
Tel.: 0043 (0) 662 62 12 84