Sterne-Cup und Nacht der Köche

Wenn S.Pellegrino ruft, kommen sie gerne: der bereits 14. Sterne-Cup, nicht nur der Schneesicherheit auch in frühen Frühlingen wegen von Kitzbühel vor 7 Jahren nach Ischgl als winterlicher „Lifestyle-Metropole“ abgewandert, wurde wieder einmal zum rauschenden Fest und fröhlichen Treffpunkt für hochdekorierte Köche aus Deutschland und Österreich. Dass derlei nur mit intensivem Sponsoring möglich ist, weil einfaches Schifahren ohne Eventcharakter und damit auch ohne Presseinteresse selbst bei den Köchen nicht diese Zugkraft hätte, wirkt nicht nur auf den ersten Blick anstößig, ist aber Realität, die zur Kenntnis genommen werden muss.

Befragt man die Köche selbst, so erhält man immer dieselbe Antwort: es bleibt einfach das Jahr über kaum Zeit für großräumigen intensiven Austausch - dieser Schicup aber gibt in ungezwungenem Rahmen eine wunderbare Möglichkeit für Gespräche. Das gemeinsame Sporteln ebenso wie der darin integrierte Kochwettbewerb (zusammengewürfelte Teams müssen in Kürzestzeit aus einem bestimmten Warenkorb Genießbares produzieren) stellen einen neuen Zusammenhalt her, namhafte Stars und Köche, die mehr im Verborgenen werken, profitieren gleichermaßen voneinander. Also fließt auch Champagner von Laurent Perrier in (wohldosierten) Strömen, sind seltsame Energie- und Kombuchagetränke mit von der Partie, und Ex-Sportler fetten den Promigehalt noch etwas auf.

Dass von all dem Geld, das zur Verfügung steht, für die in den nachfolgenden Tagen stattfindende Gastro-WM nur wenig bleibt, liegt auch in der Logik der Sache: für die Presse sind nun mal Kochstars die Zugpferde und nicht Sommeliers oder Hoteliers. Weshalb da investiert wird, wo sich das Medieninteresse konzentriert: the show must go on. Für nicht unmittelbar teilnehmende Gäste und Co-Sponsoren ist dieser Tag, der in einer rauschenden Preisverleihungsnacht in der Trofana Arena endet, auch willkommene Gelegenheit für Networking.

Fest steht allerdings: Schifahren können sie, die Köche, und am Stockerl sind halt meist die üblichen Verdächtigen. Die beste Dress wurde übrigens an den Beinen von Hermann Huber, Koch, Hotelier und Käsemacher aus Galtür, gefunden. 
Hier noch ein bissl name dropping:
Unter den Sportlern Marc Girardelli als Trainingscoach; Jan Ullrich, Frank Wörndle, Franz Klammer, Leonhard Stock;

bei den KöchInnen dabei Jacqueline Pfeiffer, Heinz Winkler, die Brüder Obauer, Hans Haas, Johann Lafer, Thomas Dreher, Franz Fuiko, Mario Lohninger, Sven Elverfeld, Bobby Bräuer, Benny Parth und vor allem Martin Sieberer.

Diesem und seinem Team ist die wirklich bemerkenswerte Abwicklung des kulinarischen Teils am Abend zu verdanken, wo es nicht nur hervorragendes Partyfood gab, sondern auch perfekten Weinservice - bei dem Getümmel keine Selbstverständlichkeit. Dass freilich nach dem offiziellen Teil mit Siegerehrung spärlich bekleidete dancing girls ihre Position in der Arena beziehen und zu dröhnenden Rhythmen sofort in eine Art Tanz-Hospitalismus verfallen, gehört zu den unerklärlichen Obszönitäten der Stätte.