polnischer frühling mit einsundeinsdeluxe

25.03.2018

1+1 macht 2 widewidewitt und 1 macht luxus. den zum beispiel, sich einmal polnisch inspiriert betören zu lassen von schräg (süßer himbeerwein) bis ausgefuchst (schweinklein und blut). wahrlich eine kunstedition, die da in der morbiden halle der galerie „die schöne“ an einer langen tafel zu erleben war. umrundet von kunst natürlich! selbst hab ich kaum fotos gemacht, dafür gegessen, getrunken und das feine gespräch gesucht.

die handelnden personen: das einsundeinsdeluxe team mit christoph fink, christian mezera und anna fitol-plutsch an den töpfen; fürs flüssige war jürgen schmücking (mitsamt großflaschen) zuständig, und ein engagiertes serviceteam hatte die gelagegesellschaft problemlos im griff.

getafelt wurde von tellerinterpretationen by sappy rauth  – angesichts des allgemeinen insektensterbens ein geradezu politisches statement mit all dem krabbelgetier auf den tellern! 

für die texte auf der ungewöhnlichen menükarte hat tobi müller gesorgt; der historische wie persönliche input bringt auch im danach noch lesestoff ins spiel.

hier die titel: polnische – salatka-chrzanowa / bischof und weihwasser / ser-kremuvka / pierogi / vendliny / sellerie a la polonaise / kaszanka / barszcz / matjes und krupnik / cwikla / bigos / oscypek / favorki

würste und schweinefleisch als bestimmende elemente machten den fleischfernen gästen die wahl nicht grad leicht, aber bei 13 gängen musste niemand darben. die interpretation klassischer gerichte barg einige überraschungsmomente, auch im identifizieren des vorgesetzten.

aus meinen notizen:
- eine scheibe polnische, knusprig gebraten, mit mayonnaise und kren
- die „cremeschnitte“ mit liptauer und bergkäse
- langes rätselraten beim bischof: hühnerpürzel und wodka!
- piroggen mit fleischfülle und viel butter – eins der wenigen klassisch gebliebenen gerichte
- sellerie in verschiedenen texturen, herrlich dazu die gebackenen brösel in viel butter! nachkochwürdig!
- blutwurst anders: gefüllte zwiebel und eine gar köstlich-süßliche sauce aus blut und innereien.
- borschtsch! von großer eleganz, in der suppe brilliert die süße der roten rübe.
- und wieder ein paukenschlag: matjes! und als gegengewicht zum sauer eingelegten fisch das gerstl mit miniaturerdäpfelwürferl.
- statt rote rüben-salat civika rote rüben-eis, mit rettich darübergerieben. scharf-kalt; der büffelgraswodka hilft da dem angestrengten gaumen.
- statt eintopf mit schweinefleisch gefüllter pilz; da hab ich eine ein-gang-pause eingelegt.
- schlichtestgericht: der käse vom tatragebirge, einfach aufgerieben, und dazu rote rüben-gelee.
- süß süß süß die nachspeis mit schmalzgebackenen teigstreifen, wegen eile zum letzten zug heim nur angekostet.

und die weine? nun, ich hielt mich an mir gut tuendes wie NANU!? 2015 von michael gindl, ein rotburger. die norikerstute auf dem etikett ist auch im weingarten im einsatz! frucht, farbe, gerbstoff bei nur 12% – feinster speisenbegleiter! andere am tisch wiederum sprachen mehr dem flora zu, gar nicht so floral wie das etikett vermuten ließe und neuerdings in burgunder- statt schlegelflasche; das sieht gleich wertiger aus!
die big bottles ließ ich aus, aperitifvergnügen schenkte movia gredič; grüner sauvignon steh im fact sheet, das exto auf dem etikett steht für ex tokai ;) und ist ziemlich neu im programm des slowenischen weingutes. ich mag’s ja naturtrüb, also passte mir auch der strekov nigori aus der slowakei, ein unfiltrierter welschriesling.
nicht zu erwähnen vergessen darf ich das polnische bier aus dem kühlschrank, der an diverse bahnhofs-automaten erinnerte (auch drin: eigenbaucola!). einziger großflaschenkoster: mostello, der birnendessertwein aus der destillerie farthofer. weil ohne süßen abschluss geht’s bei mir halt nicht.

hier gibts das menü zum polnischen frühling und bilder zum abend und überhaupt informationen zum einsundeinsdeluxe-selbstverständnis

 

 

 

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