Wein-Adventkalender ::23:: Ferdinand. Gin Gin!

23.12.2014

Erst mal so ein medizinaler Ton - na ja kein Wunder, im Ferdinand sind ja jede Menge botanicals vereint, die dann schon mal so eine Empfindung auslösen können. Teebaumöl, ätherische Öle, der Wacholder nicht so vordergründig wie sonst gern, herb und süß in einem ein paar Zitrusflankerl eingestreut, Auszug aus Kiefer- oder Lärchennadeln, Lavendelblüten. Es liegt so eine Alpenerdigkeit im Glas, als wäre der Wacholder am Berg droben gewachsen. 

Die Rede ist von Ferdinand, dem Gin von der Saar. Ein Projekt von Master Distiller Andreas Vallendar und Dorothee Zilliken, Weingut Zilliken. Denn das i-Tüpferl im Gin ist die Infusion mit Riesling Spätlese von der Lage Saarburger Rausch. Dieses süße Extra schwingt in der vielfältigen, komplexen Nase mit und rollt dann erst recht sanft am Gaumen entlang. Lässt man das Glas etwas stehen und riecht wieder hinein, wird der Ferdinand runder, wärmer; die Gewürze kommen stärker durch, Muskatnuss, würziger Nougat.

Das war erst mal alles pur wahrzunehmen. Und nun, welches Tonic? Wir hatten nicht viel Auswahl; Fever Tree Mediterranean ging für uns gar nicht, das Miteinander war uns zu zuckerlsüß. Das klassische Fever Tree hingegen treibt den Wacholder mehr nach vorne, jetzt schmeckt es „gintonicer“. Nicht so anbiedernd, ein Spiel zwischen Rieslingsüße und Bitter. Eine sehr schräge, aber nicht unmögliche Kombi, definitiv eher für Alpenliebhaber, ist die Verwendung des Dr. Filler Weißes Cola Fichte. „Wäh“ sagte der Bub, der Cola Cola erwartet hatte; na ja, das Fichtennadel-Aroma ist schon sehr stark, so pur, Fichtenparfum eher, erinnerte mich an die Nachtkastlschublade meiner Oma. Mit dem Ferdinand entsteht aber daraus eine witzige Mischung aus Wipferlsirupanmutung, aber mit Bitternoten, Grip und Würze. Drausst vom Walde komm ich her .....
Die Erinnerung an die Kombination mit dem spanischen Indi Tonic ist leider schon verblasst; möglicherweise war das auch nicht allzu ausdrucksstark. Aber optisch allemal ein schönes Paar! Und da ohnehin ein jeder seine persönlichen Favoriten hat, bleibt nichts anderes übrig, als zu probieren. Und probieren. Und probieren. Gin Gin! ;) 

Auf jeden Fall ist dieser Ferdinand eine wunderbare Bereicherung der ohnehin so weiten Gin-Landschaft. Ich sollte mal im Stollen1930 nachfragen, ob sie ihn schon auch auf der Karte haben .....

Danke Jürgen Schmücking für's Mitkosten!

 

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