Wein-Adventkalender ::16:: Syrah vom Steiner

16.12.2014

„Man sieht auch den Wermut; wo der wächst, sind es karge Plätze!“ Der Steiner ist so ein karger Platz, ein Weinberg bei Balf über dem Neusiedlersee. Am Südende, in Ungarn. Ich stehe mit Franz Reinhard Weninger wieder einmal auf diesem Hang; beim ersten Mal war der Balfer Keller des Weingutes Weninger noch in Bau. Damals sah alles noch sehr nackt aus, jetzt herrscht, bei aller Kargheit des Bodens, große Lebendigkeit. Wenig Humus, aber was da ist, ist gut. Wicken, Rotklee, Buchweizen, Senf. An den Seiten der Rebzeilen Sträucher, die bringen noch mehr Leben, sind ein wahres Nützlingsreservat. Diese Population wäre sogar in der Lage, die Traubenwickler-Verwirrmehtode auszugleichen. Und der Mandelbaum 300m über dem See, man sieht von hier aus weit: Spitzerberg, Leithaberg, Schneeberg … bis Horitschon. Alles Gegenden, wo Blaufränkisch wächst, lacht Franz Reinhard. Nur ins Südburgenland sieht man nicht, und Blaufränkisch am Schneeberg ist auch noch schwierig.

Am mittleren Steiner, 200m über dem See, steht Syrah. Der Rote aus dem Süden, sagt Franz Reinhard, der funktioniert hier, hier hat der Boden die notwendige Hitz’!  Ein guter Syrah braucht nämlich Schrumpfbeeren. Der 2011 Syrah ist dunkel, dicht, hat Tiefe und Struktur. Schwarze Oliven, viel Würze, sehr intensiv, weißer Pfeffer, Länge. Fast kein Schwefel, er hält von sich aus die Stabilität. 

Mehr zum Wein inklusive Video gibt es hier.

Aus dem Fundus meiner Speisenfotos hab ich hervorgeholt, was ich gerne dazu essen würde, was vorstellbar wäre: das Tantris-Spanferkel, vom ganzen Stück frisch heruntergeschnitten? Oder lieber das Reh bei Eneko Atxa im Azurmendi? Vielleicht reicht es auch, die Ziegenkitz-Ravioli mit Estragon von Ana Roš zu knabbern und sich auf den Wein zu konzentrieren! Eine Flasche hab ich noch im Keller. Ich glaub, die heb’ ich noch auf …..

 

 

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