Wein-Adventkalender ::3:: Olivin

03.12.2014

25 Jahre Olivin: ein zur Marke gewordener Zweigelt vom Vulkanboden des Kapfensteiner Kogels, ausgebaut in Barriques aus Kapfensteiner Eiche. Ein Meilenstein in Österreichs Rotweingeschichte und das große Verdienst von Georg Winkler-Hermaden. Ein Vierteljahrhundert Zweigelt (der 2012er, der gerade auf den Markt kam, ist der 25. Jahrgang und der erste biozertifizierte) ist ja nicht irgendwas, schon gar nicht bei einem aus der Südoststeiermark, dem nicht gerade hippesten Rotweingebiet ;) Eine der Komplettvertikalen im September war mir krankheitsbedingt leider nicht vergönnt, dafür konnte ich mich bei der STK-Lagenverkostung am 22.11. am Weingut Winkler-Hermaden durch fünf Jahrgänge kosten.

1998 ist der Lieblingsjahrgang des Winzers – und in der Abfolge von 2002, 2006, 2007 und 2012 auch derjenige, der jetzt am feinsten schmeckt. Sollten Sie also den jetzt noch sehr straffen, seine Frucht versteckenden, dafür das Holz noch gern zeigenden 2012er zu erwerben trachten: legen Sie ihn ruhigen Gewissens für einige Jahre in den Keller. Ihre zukünftige Freude wird groß sein! Denn der 1998, sehr klar im Glas, zeigt Nadelholzwürze und saftige Frucht, sogar einen Hauch Blütenduft und feine Fruchtsüße und zieht sich geschmeidig und lang über den Gaumen. Ein Wein für Freude und Lachen! Hier noch die Kurznotiz von der Lagenverkostung 2013, auch da gab es schon den Olivin 1998: "Ja. Ausgeruht. So fein, mürb, mit wunderbarem Trinkfluss."

Auch der bei der Lagenverkostung gezeigte 2007 ist bemerkenswert: denn dabei handelte es sich um eine erst vor kurzem abgefüllte Edition, statt 18 Monaten war der Wein 30 Monate im Barriquefass. Dunkle Beeren, enorme Frische, feine Säure, hohe Lebendigkeit. Solche Spätfüllungen könnten zur Gewohnheit werden! 

Als möglicherweise passendes Gericht zum 1998 Olivin erinnerte ich mich an die Blüten auf dem rohen Herz einer alten Milchkuh, im September 2012 bei Magnus Nilsson im Fäviken gegessen. Das obligate Knochenmark aus dem neben den Restauranttischen aufgesägten Knochen (der Mann liebt schon das kleine theatrale Spektakel!) aus dem offenen Feuer war natürlich auch dabei.  Freilich hätte mir damals (und zu diesem Wein nun) auch ein Wildgericht gefallen, im Kühlraum hingen Elch und allerlei wildes Federvieh. Doch das war für eine Gesellschaft am nächsten Tag bestimmt, da hatte ich das Jämtland schon wieder verlassen.

 

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