Dirndl und Dirne - Assoziationen bei der Zeitungslektüre

12.04.2012
tags: salon

Manchmal tauchen verschwundene Wörter wieder auf: „ ...so landeten etliche DIRNEN schon nach einer einzigen Vormerkung im Gefängnis“ (Standard vom 10.4. zur illegalen Prostitution in Innsbruck). Gibt es für diese Beschäftigungssparte mittlerweile nicht eine verhüllende Bezeichnung? Obwohl: vom Dirndl (lt. Duden: junge Frau) zur Dirne ist es nicht so weit - rein buchstabenmäßig. Und schwupps fallen mir die 70er Softpornos mit Almsujet ein - hat da nicht auch ein prominenter österreichischer Filmemacher mitgemischt? Heute tragen junge Mädchen zwar wieder Dirndl, aber nicht unbedingt im alltäglichen Gebrauch; die Offenherzigkeit von Dekolleté und Mini ist auch im ordinären Straßengewand gegeben.

Doch Vorsicht! „...aufreizendes Stehen auf der Straße [wird] als Anbahnung gewertet“ (aus demselben Artikel). Aber das kennen wir ja zur Genüge: dass dem kurzen Kittel und dem tiefen Ausschnitt, dem Dirndl in personam also die Schuld zugewiesen wird, wenn ein Mann ausrastet und seine Begierden nicht unter Kontrolle hat. Da helfen selbst die schönsten Dirnen nicht ....