Zweites Achtelfinale im Floh Wein-Cup

04.02.2011

Inter Gobelsburg, Meister der Eleganz, vs. Lokomotive Neckenmarkt als konstante Dampfmacher: der zweite Achtelfinalabend im laufenden Floh Wein-Cup versprach einiges an Spannung, und mit Döllerers Enoteca als „Stadion“ war ein eleganter Rahmen voll herzlicher Gastfreundschaft gegeben. Dass es die größtenteils unbekannten Gobelsburger Winzer gegen die doch namhaften Neckenmarkter nicht leicht haben würden, war allerdings von vornherein klar, und so kam, was kommen musste: die konzentrierte Rotweinmacht Neckenmarkt ging rasch in Führung, Gobelsburg-Kapitän Michi Moosbrugger konnte mit seinem Wein zum Dessert allerdings das Ergebnis noch elegant verkürzen.

Mit einem 3:2 geht Neckenmarkt ins Finale, der wahre Sieger des Abends aber war das Team um Andreas Döllerer, das ein hoch akklamiertes Menü aus der „Notküche“ zauberte. Hier die Details:

Runde 1: Bluntau-Saibling/Matjes/Makronen/Soja
Im Duell Rot gegen Weiß geriet der frische, von reicher Frucht gezeichnete Rivaner 2010 von Alois Mader ins Hintertreffen, da kam der elegante würzige Zweigelt Burgstall 09 von Georg Wellanschitz besser beim Publikum an, auch wenn er den zarten Fisch mit Gurkenkaltschale, Sojaschaum und Räucherfischfülle in der Makrone überlagerte.

Runde 2: Kellau Wachtel/Wirsingcreme/Keulenpraline/Popcorn
Die an Heu erinnernde Würze des Sankt Laurent barrique 06 von Lukas Hundsdorfer und seine spannungsreiche Struktur überzeugten in Kombination mit der Wachtelbrust und dem Popcorn aus Schwarteln, während der Sankt Laurent 08 von Erwin Amon in seiner noch leicht prickelnden, kirschfruchtigen Jugendlichkeit selbst gegen so ein zartes Vögelchen keine Chance hatte - 2:0 also für die bereits siegessichere Lokomotive Neckenmarkt.

Runde 3 aber brachte eine Überraschung, das Grubach-Schwein mit Szegediner/Blunzntascherl/foie gras erweis sich als schwieriger Partner zu Wein. Und so konnte der wuchtige, holz- wie gerbstoffreiche Albatros 02 von Patrick Bayer hierzu nicht überzeugen, während der elegante, von feiner Mineralität durchzogene Riesling Baumbart DAC Reserve 09 von Karl Baumgartner mit seiner Birnenfrucht sowohl Szegediner als auch Schwein spielerisch umtänzelte. 2:1

Da aber in Runde 4 auf Neckenmarkter Seite mit Pepi Tesch ein hoher Favorit dabei war, dessen Titan 04, ein überaus kraftvoller, dichter Wein voller Würze, vom Weideochsen mit geschmortem Schlepp (fantastisch überkrustet)/Kohlsprossen/Champignon ein wenig gebändigt wurde, konnte der überraschend elegante Zweigelt Spiegel 04 vom Weingut Leithner nicht dagegen konkurrieren, die Entscheidung war mit einem 3:1 bereits gefallen.

In Runde 5 aber gelang zu lauwarmem Vacherin mit Schieferöl und Erdäpfelsalat Michi Moosbrugger mit dem Riesling Tradition 03 noch ein Ehrentor zur Verkürzung auf 3:2; die burgundische Eleganz und Würze dieses faßgereiften Riesling war wesentlich überzeugender zum Käse als der von Röstaromen und Kraft nur so strotzende Blaufränkisch Reserve 06 Wieder. Und wieder einmal zeigte sich, dass Rotwein und Käse nicht unbedingt eine ideale Kombination sein muss.

Dennoch: großer Jubel auf Neckenmarkter Seite angesichts der Finalaussichten, während sich Gobelsburg mit seinem Achtungserfolg durchaus gut geschlagen wusste. Wirklich sensationell aber waren Küche wie Service aus dem Hause Döllerer, das damit seinen Genußwelten-Status eindrucksvoll präsentiert hat.

Nächster Cup-Termin: am 24.2. Eintracht Kitzeck vs. Torpedo Purbach beim Steira Wirt in Trautmannsdorf.

 

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