Das ideale Paar ::2::

24.03.2011

Ein bisschen vom Winter träumen darf man auch im März - gerade wenn etwas Schneefall am zurückliegenden Wochenende die Berggipfel (und Pisten) wieder in frisches Weiß gekleidet hat. Die Rückerinnerung an ein winterlich wärmendes, in sich so perfektes und durch den Wein dazu noch überhöhtes Gericht macht es für die gegenwärtig noch kühlen Abende anhaltend attraktiv, und dass ich gerade diese Kombination wähle, liegt am Wein.

Der gehört nämlich zu einer Spezies, die ich mir nicht freiwillig bestellen würde: konzentriert, „zu süß“, wie ich beim ersten Hineinriechen gern herausschleudere, viel Holz, dicke Frucht, dichte Farbe. Dass er aus der Magnum ausgeschenkt wurde und schon gereifteren Jahrganges war, 2004, erleichterte den Zugang, Zimt und Weihnachten waren dennoch im Vordergrund. Aber mit dem Gericht - Hirschkotelett in perfekter Garung, dazu Rote Rüben in Scheiben, im Nelkensud gegart? danach jedenfalls schmeckten sie; traumhafte (französische) Blutwurst mit Aspik überzogen, eine dichte Kakaosauce: allein diese Kombination ließ mich schwelgen, und wie so oft fragte ich mich: wozu eigentlich noch Desserts, wenn die Hauptgerichte schon so den Appetit auf pikant-delikate Süße zufrieden stellen? Und so war der von Alfons Parth gewählte Schwarz Rot der treffliche Wein dazu (den ich allerdings nach dem Mahl beiseite schieben musste), über Benny Parths Hirschkotelett aber nicht in Verzückung zu verfallen ist schwierig.

Offenbar ist das Talent dieses jungen Koches im eigenen Land nur wenigen erkennbar - die spanische Tageszeitung La Vanguardia hingegen (bitte auf Seite 10 blättern) vergibt Traumnoten. Meine Hirsch-Bewertung: 18.5

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Das Foto zeigt nur unzureichend die Qualität des Gerichtes, ist ein schneller Handy-Schnappschuss. Essen war einfach wichtiger als Ablichten ;)

 

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