Salonweine 2011 im kulinarischen Salon

29.06.2011

Der Kulinarische Salon hatte das Vergnügen, zwei der Siegerweine nahezu zeitgleich zur großen Gala Salon Österreichischer Wein 2011 in Wien, bei der Pierre Gagnaire als Stargast und -koch die Herzen der FeinschmeckerInnen höher schlagen ließ, verkosten zu dürfen. Einmal weiß und einmal rot: sehr zu meiner Freude einen Riesling vom Weingut Sigl aus Rossatz am nach wie vor minder beachteten rechten Ufer der Wachau, uns ganz zu meiner Herausforderung einen Blaufränkischen von Erich Scheiblhofer. Hier meine verletzungsbedingt nur kurzen Notizen:

Heinz und Adrienne Sigl, Rossatz

Die beiden Vertreter der neuen Garde am „anderen Ufer“ der Wachau scheinen einen Salonplatz abonniert zu haben. Auch heuer sind sie wieder unter den Siegern, und zwar mit dem
Riesling Smaragd Kirnberg 2010
Intensiver Duft nach weißen Pfirsichen, aber deutlich mit Kräuterwürze unterlegt.
Trotz der „nur“ 13%vol zeigt er herrliche Reife, der Schmelz am Gaumen wird aber jetzt, in diesem noch jugendlichen Stadium, von flirrender Lebendigkeit überlagert. Die knackige Säure des Jahrgangs versteckt er gekonnt hinter cremigem Extrakt, sehr klar und geradlinig zieht er über den Gaumen, und im Spiel mit der Mineralitätergibt das einen ausdrucksvollen Wein von beachtlicher Länge mit Fruchtnachhall, der perfekt zur Sommerterrassen-Küche passt.

Erich Scheiblhofer, Andau

Er zählt gerne zu den großen Abräumern unter den Salonwinzern; heuer ist er mit gleich 2 Weinen dabei. Der Cabernet Sauvignon landete bei Gerhard Retter, im Salon kommt ein Blaufränker zu Ehren, und zwar der
Blaufränkisch Jois 2009
Wer mich kennt, der weiß, dass ich bei Rotweinen im Barriqueausbau höchst kritisch bin, und wenn ich im ersten Einatmen intensive Fassnoten wahrnehme, bin ich alarmiert.
Tiefdunkel im Glas, markante Holz-, nein vielmehr Gehölznoten, so ist es richtiger ausgedrückt - denn es gesellt sich sofort eine wohltuende, an Eukalyptus und andere balsamische Hölzer erinnernde Note hinzu. Natürlich bleibt auch eine gewisse Süße hängen, man nimmt dunkle wilde Beeren und eine gewisse Rauchigkeit wahr sowie eine pikante Würze, die jeglichen  Anflug von Holzsüße im Ersteindruck mildert. Ein vergleichsweise geradezu filigraner Wein - die Joiser Lagen mit ihren mineralischen Böden tun der sonst üppigeren Scheiblhofer-Stilistik sichtlich gut. Natürlich ist da noch ein gehöriges Quantum an Extrahiertheit, aber nicht so, dass man den Wein nicht mit Genuss trinken könnte; Liebhaber des würzigen Holzes werden auf jeden Fall ihre Freude haben.

Hier noch ein paar Informationen zu weiteren Salonweinen.

 

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