Südtirols Weinwelt in München

28.09.2011

Die Verbindung Südtiroler Wein und naher Norden - von Nordtirol bis nach Bayern - ist die einer langen Tradition, die mit Törggelen-Fahrten und einer beharrliche Vorliebe für den süffigen „Reatl“ noch einige Lebendigkeit zeigt. Allerdings eine keineswegs mehr so wirklich zeitgemäße, wenn es um den neuen Status des Südtiroler Weines geht, der neben Kalterersee und Lagrein Kretzer mit brillianten Weißweinen und charaktervollen Roten um seine Anerkennung kämpft. Eine große Präsentation von Südtiroler Wein, die vorgestern in München stattfand, sollte da einiges zur Imagekorrektur beitragen, und da sich vor allem viele lokale Gastronomen einfanden, kündet das schon vom lebendigen Interesse am guten Südtiroler. Obwohl da und dort zu hören war: „Bitte einen leichten Roten, mit Blauburgunder oder dunklem Lagrein kann ich meinen Gästen nicht kommen!“ Was wiederum die Notwendigkeit von Überzeugungsarbeit deutlich macht, die dank der souveränen Landeskenntnis von Hendrik Thoma unterstützt wurde, der in drei Seminaren Region, Rebsorten und Weinstile näher brachte und damit einen recht ausgiebigen Verkostungsparcours abrundete.

Erstaunlich dass, obwohl mitten in der Erntezeit, so viele Winzer selbst nach München mitgekommen waren; die Möglichkeit zu sehr persönlicher Kontaktnahme ist ja immer ein vertrauensbildender Umstand.

Es gab einige große Namen - Lageder, Hans Haas, Elena Walch, dann die vielen teilweise herausragenden Winzergenossenschaften - Südtirol ist ja im Traditionellen diesbezüglich sehr gut aufgestellt - und einige kleinere, weniger bekannte Weingüter. Außerdem war, um notorische Rotweinfixierte auf die Qualität der fruchtig-mineralischen Weißweine Südtirols aufmerksam zu machen, eine entsprechende Tischverkostung vorbereitet. Nur die sorgsam gerichteten und speziell für Weinblogger reservierten Plätze, der „Ansitz 0.2“, blieben leer .... Wer auch immer da war, im Stehen trank es sich scheint‘s leichter. Soweit die Rahmenbedingungen.

Ohne genaues Programm verließ ich mich aufs Gefühl und die Intuition des Augenblicks - und ward mit einigen wirklich bemerkenswerten, teilweise schon bekannten, teilweise aber tatsächlich neu zu entdeckenden Weinen und Namen belohnt. Michael Graf Goëss-Enzenberg vom Weingut Manincor gehört zu den ganz herausragenden etwas „anderen“ Winzern Südtirols; seine biodynamisch an- und mit Sorgfalt ausschließlich in Holz ausgebauten Weine (die Eiche, langsam getrocknet, stammt aus dem eigenen Wald rund um die Ruine Leuchtenburg) zeigen Finesse, Frische, Spannung. 2010 sei sein bislang bester Jahrgang in weiß, meinte er, und auch mit großem Reifepotenzial ausgestattet. Da zeigt schon der klassische Terlaner „Reserve della Contessa“ neben freundlichem, fruchtigem und süffigem Wesen auch kernigen, gerbstoffgeprägten Charakter; der Chardonnay „Sophie“ , der sehr bewusst einige Zeit auf den Schalen gelassen wird und damit einiges Rückgrat gewinnt, ist zwar noch sehr jugendlich, aber da ist noch großes Trinkvergnügen zu erwarten. Bei den Roten konnte vor allem die Cuvée Cassiano 2008 überzeugen, mit saftiger Frucht, Frische, anregender Säure und Kraft.

Gleich daneben traf ich wieder auf Klaus Lentsch und seine Frau, ein noch junges Winzerehepaar, die einerseits auf dem familiären Weingut im Unterland Lagrein, Cabernet und Merlot „geerbt“ haben, andererseits mit dem durchaus wagnisreichen Kauf des Hofes Herrenberg im Eisacktal seit zwei Jahren ihre Erfahrung mit den Gegebenheiten einer kühleren Region und Stilistik machen. Der Eisacktaler Veltliner Eichberg 2010 zum Beispiel - eine Rebsorte, die früher bis ins Trentino hinunter zu finden war und hier eine sehr eigene, eher florale Aromatik mit einiger Frische und Würze, vor allem aber die Herkunft zeigt, füllig und kompakt mit Fruchtsüße, gut im „Trunk“, wie die Südtiroler sagen,  mit schöner mineralischer Balance. Und der Pinot Noir Bachgart 2000: der Weingarten war einfach da, sagt Klaus Lentsch, gar nicht so sehr willkommen ursprünglich, aber wie sich mittlerweile herausstellt, passt die Sorte wunderbar hierher, sodass sogar noch mehr Pinot ausgepflanzt wurde. Der Wein zeigt sich noch sehr jung, frisch, mit delikater Frucht, leichtfüßig und elegant über seine 13,5% Alkohol tänzelnd, mit salziger Mineralität, und kann noch einige Flaschenreife gut gebrauchen. Der Lagrein Morus aus Branzoll hingegen trägt 2005 als aktuellen Jahrgang auf der Flasche. Die recht alten, ungefähr 60jährigen Rebstöcke waren damals vom Onkel sehr wohl auf Ertrag und Menge gepflanzt worden und tragen immer noch viel zu viel, das bedeutet einige zusätzliche Arbeit beim Verkleinern und Halbieren der Trauben. Aber sie ist es wert, denn einen so charaktervollen, fast wilden Lagrein mit seiner ursprünglichen Kantigkeit, mit kraftvoller Würze und pfeffrigen Aromen findet man im Reigen der wieder sehr up to date gewordenen, aber zumeist recht „weichgestreichelten“ Sorte nur selten. Und selbst die Cuvée Palestina (CS/ME), nach drei Jahren auf der Flasche auch mit 2005 jetzt aktuell, zeigt sich elegant und doch keineswegs in internationaler, uniformer Stilistik, sondern mit dem markanten Profil der Region.

Um wieder zum Eisacktal zurückzukehren: Die Stiftskellerei Neustift zeigt schon seit etlichen Jahren mit ihrer Praepositus-Linie, welch spannende Weine in den kühlen Höhenlagen entstehen können. 2010 Praepositus Sylvaner, kernig, mit sehr viel Würze, aber überraschend mild, da er in 3000 l Akazienfässern ausgebaut wird - bei den säurebetonten Sylvanern aus dem Eisacktal würden die Leut‘ nämlich immer zum Streiten anfangen! - und mit längerer Maischestandzeit, daraus ergeben sich komplexe Bitterstoffe, die allerdings auch typisch für die Rebsorte sind. Ein wunderbarer Speisenbegleiter, der mit ein bis zwei Jahren Reife noch zulegen kann, ebenso wie der 2010 Praepositus Kerner. Der verführt zunächst mit extremer Frucht, einem ganzen Obstkorb von Marielle, Pfirsich und Birne, zeigt dann seine Kernigkeit, und Würze, formt sich straff und fokussiert am Gaumen; mit zunehmender Reife wird er pflanzliche und florale Aromen gewinnen und noch cremiger werden. Urban von Klebelsberg, der Stiftsverwalter, war ja vor weit über 20 Jahren einer der ersten, der mitverantwortlich war für den Anbau des Kerner im Eisacktal, einer Sorte, die sich hier sehr wohl fühlt. Aus eigenen Familienweingärten in Gries hingegen kommt der 2008 Praepositus Lagrein, sehr dunkel, rauchig, dicht, mit schöner Säure ausgestattet, kantigen Tanninen, etwas Zimt und Nelken. „Lagrein muss nach Bergschuhen schmecken“ sagt er, ein Spruch, den sich jene Winzer, die aus der autochthonen Sorte Lagrein ein allzu gerundetes modernes Wesen zu machen versuchen, öfter mal durch den Kopf gehen lassen könnten. In St. Michael-Eppan liegt das Weingut Stroblhof, ein Burgunderspezialist und mit 4 ha recht klein, das von den kalkhältigen Lagen gleich unterhalb des Mendelgebirges und der nächtlichen Abkühlung da profitiert. Der 2010 Strahler Pinot Bianco, dessen Name von den Drahtrahmen für die Reberziehung herrührt, ist eigentlich ein Gemischter Satz mit je 5% Chardonnay und Grauburgunder dazu, weich, frisch, duftig und aromatisch, ganz feine nussige Aromen wie aus dem Bilderbuch, Schmelz, Stoffigkeit und dezente Bitternoten hinten raus; ausgebaut in 2000 l-Fässern aus deutscher Eiche. Beide Pinot Noirs, sowohl der 2009 Pigeno als auch die 2008 Riserva, sind absolut brilliante Beispiele für Südtiroler Blauburgunder, da tun sich fast alle nachher verkosteten schwer. Für ersteren kommen gebrauchte Barriques zum Einsatz, hinter anfänglich weicher Frucht verbirgt sich köstliche mineralische Würze, er zeigt sich erdig mit vegetabiler Länge und reichlich Spannung. Die Riserva legt da noch ein Schäuflein an Intensität drauf, Kraft, Gerbstoff, aber auch große Eleganz.

Zu beziehen sind sowohl die Weine vom Stroblhof als auch die der Stiftskellerei bei Jörg Linke in München. Er hat zu dieser Präsentation auch eine wahre Besonderheit mitgebracht, einen St. Magdalener „wie zu Urgroßvaters Zeiten“. Das bedeutet, dass die Trauben aus einem Mischsatz stammen, einem bewusst angegangenen Projekt, alte Rebsorten vor ihrem Verschwinden zu bewahren. „5 vor 12“ sei es, sagt Christian Plattner vom Ansitz Waldgries, der solch alte Rebsorten von da und dort versammelt hat in einem Weingarten, bevor sie endgültig herausgerissen sind und damit verschwunden. Sie heißen „Tschaggele-Vernatsch“, „Verschlofener“ oder „Edelschworzer“ und werden zusammen mit Edelvernatsch und Grauvernatsch kultiviert. Das verdienstvolle Werk ist 2010 erstmals auf Flasche gezogen, nennt sich St. Magdalener Antheos, ein wirklich spannendes Zusammenspiel aus alten Rebsorten und moderner Vinifizierung von der Grundlage neuester Erkenntnisse her, die da einfließen. 13,5%, junge Beerenfrucht noch, mit leichten Karamelltönen; weich, aromatisch, süffig, wie ein Magdalener ja zu sein hat, doch immer schwingt eine Ernsthaftigkeit im Hintergrund mit, da ist Kraft drin, Würze und Biss, eine unterschwellige Wildheit; ein Jahr Flaschenreife wird da noch einiges bewirken. Das erste Experiment dieses geschichtsträchtigen Südtiroler Weines zeigt sich so überzeugend, dass die Rebanlage auf Kosten des Cabernet Sauvignon erweitert wird - der immerhin zu den Besten Südtirols zählt!

Beispielhaft für die herausragende Arbeit der Südtiroler Kellereigenossenschaften ist etwa die Kellerei Terlan, die den Typus des mineralischen, strukturierten, als sehr food friendly auftretenden Südtiroler Weines markant pflegt. Der 2010 Terlaner classico ist zwar auf den ersten Blick mild und saftig, sauber und süffig, aber zeigt ebenso Druck und Struktur, eine Straffheit und Frische, die sich aus der Batonnage im Stahltank ergibt. Viel opulenter dann der 2009 Vorberg Pinot Bianco Riserva; die Trauben stammen aus zwischen 400 und 800 m hoch gelegenen Weingärten auf vulkanischen Quarz-Prophyr-Böden. Ein Jahr Batonnage und BSA geben dem Wein seine eigene Stilistik, es werden auch seit 15 Jahren dieselben Holzfässer verwendet, die die Cremigkeit und Tiefe mit der aus den Böden stammenden Würze und Frische zu eindrucksvoller Balance bringen. 2009 war allerdings auch ein sehr guter Jahrgang, das merkt man auch beim Sauvignon Quarz, der international sehr bekannt und beliebt ist, wie auch die Nachfrage hier in München zeigt (der Pinot Bianco hat seine Fans eher in Italien). Der Sauvignon ist seit März 2011 in Verkauf, sehr spät also, zeigt sich intensiv in der Nase, aber viel sanfter am Gaumen. Spannung, Länge, mit 2009 wesentlich runder als 2008 etwa, aber auch mit großer Konzentration an Würze und Salzigkeit, mit Länge. Zum selben Vertrieb gehört auch die Kellerei Andrian, auf der anderen Talseite gelegen, die Weingärten nach Südost ausgerichtet, mit kalkigeren Böden, was den Weinen einen kühleren Charakter verleiht. Zu verkosten waren ein sauberer, frischer, von schöner Reife gekennzeichneter 2010 Pinot Bianco, der 2010 Andrius Sauvignon mit reizvollem Stinkerl, Frische, und Würze, und der 2008 Tor di Lupo Lagrein Riserva, mit weicher Frucht, eher der samtige Lagrein-Typus, dennoch mit einiger Säure ausgestattet, der dank des Jahrganges auch einige Spannung und Würze in sich trägt; seit März ist er im Verkauf, diese Flaschenreife muss sein.

Die Erste + Neue in Kaltern hat sich schon von den Etiketten her ein modernes Image zugelegt; bei 500 Mitgliedern und 300 ha kann für die Premium-Linie auf die besten Trauben zurückgegriffen werden. Ein Agronom zeigt den einzelnen Weinbauern, wie sie vom Rebschnitt weg die Arbeit in den Gärten durchzuführen haben, der Kellermeister pickt sich dann das beste Material heraus; geringe Mengen von alten Rebbeständen tun das ihre zur Qualität dazu. Der 2010 Prunar Pinot Bianco wird zur Hälfte in Holzfässern aller Größen ausgebaut, zeigt sich mit 13,5% sehr kraftvoll, geschmeidig, saftig mit Schmelz. Der 2010 Grauer Pinot Grigio, 14%, ist kraftstrotzend, ein wahrer „Berglackel“, füllig und doch mit Säure auch sehr lebendig. Der 2010 Puntay Sauvignon zeigt intensive Stachelbeeraromen, etwas Paprika, lässt seine Kraft nur durchschimmern, ist noch sehr jung. Ein Beispiel für Kalterersee, der einen nicht vor Schreck zusammenzucken lässt 8die gibt es ja immer noch) ist der 2010 Puntay Kalterersee Classico Superiore aus 100jähriger Anlage, 3 Gläser im Gambero Rosso wer, mit 13% süffig und ganz leicht wirkend, aber doch intensiv, voller Würze, mit schönem Zug, die kühle Stilistik kommt schön zum Tragen.  Der 2008 Puntay Lagerein Riserva hingegen ist sehr gerundet, es fehlt ihm die Säure und der Kern, nur hinten wird etwas der Gerbstoff spürbar. Da fehlt leider die Identität, das schmeckt zu sehr gemacht.

Auch die Kellerei Girlan zeigt, dass die Vernatsch-Traube köstlichen Wein hervorbringt, wenn man‘s nur richtig macht: der 2009 Gschleier Vernatsch aus ganz alten, 80-90jährigen Stöcken ist saftig, mit feiner Säure, würziger Frucht (nur die Nase wirkt etwas parfümiert, aber das ist in Südtirol oft so), mineralisch und mit Körper. Die Weingärten liegen nördlich von Girlan, die alten Stöcke tragen ohnehin nur mehr wenige Trauben, bringen dafür eine intensivere Farbe, und bei der Ernte wird mehrfach selektioniert. Und das Etikett ist wie auch das der anderen Girlaner von Paul Flora. Der Pinot Noir Riserva „Patricia“ 2009 kommt aus dem Unterland; er trägt den Namen der Weinbäurin, die aus Schottland kommt und nur Pinot Noir anpflanzt. Parfümiert in der Nase, viel Würze, reiche Frucht, leichte Salzigkeit, einige Länge, gut, aber nicht besonders. Gar nicht so aufregend - jedenfalls nach seinem Ruf gehend - befand ich die Weine von Franz Haas, die auch vom Junior nicht unbedingt stilsicher präsentiert wurden.  Dem 2009 Manna Schweizer IGT Weinberg Dolomiten, einer Cuvée aus 50% Riesling, je 20% Chardonnay und Traminer sowie 10% Sauvignon Blanc, die allerdings sensorisch herausstechen, fehlt die Identität; es gibt viel Aroma, lebendige Frische, Punkt. Der 2010 Schweizer Sauvignon (Schweizer ist der Name des Künstlers, der die Etiketten gestaltet hat) ist frisch gefüllt, hat noch extrem hefige Noten, durch die die reifen Aromen von Paprika und Stachelbeer nur langsam durchdringen. Der 2010 Gewürztraminer mit klassischem Rosenduft wirkt in seiner kräftigen, weichen Opulenz etwas fad, der 2009 Pinot Noir mit warmer runder Frucht ist ein leicht verständlicher Wein; zwischen Säure und Fruchtsüße besteht derzeit aber keine Verbindung. Und der 2009 Schweizer Lagrein ist mir wieder einer vom Typus sehr rund, fruchtsüß, so schön wie sein Etikett, voller süßer Gewürze, aber ohne eigenständigen Charakter.

Eine sehr saubere Arbeit leistet auch die Kellerei Tramin, die mit dem neuen, architektonisch spektakulären Kellereigebäude für zwiespältige Reaktionen sorgte. Sehr duftig präsentiert sich der 2010 Moriz Pinot Bianco, mit reifer Frucht, mild, samtig, aber dennoch anregend, mit leichtem Bitterl; in der 2010 Stoan Cuvée Weiß sticht der Gewürztraminer hervor, auch wenn er mit nur 10% Anteil da bei ist. Ebenfalls 10% der Weißburgunder, 20% Sauvignon blanc, 60% Chardonnay. Die beiden Burgundersorten sind im großen Holz ausgebaut, das gibt dem Wein Fülle und Extrakt, er ist überhaupt recht kraftvoll. Eine Gewürztraminer-Essenz hat man in der 2009 Termium Gewürztraminer Spätlese, dick und dicht, ein einziges Bett aus Rosen, in das man sich nur zu gern fallen lässt ... und „mit Näglein besteckt“, also zarten Nelkenaromen auch.

Aus der freien Verkostung zum Thema „Südtirols Weißweinspektrum: von alpin-frisch bis kraftvoll-elegant“ hab ich mir nur ein paar Weißburgunder herausgepickt. Und unter diesen wiederum fielen auf: 2010 Dreikönighof Terlaner Pinot Bianco Josef Brigl, würzig, mineralisch, mit feinem Bitterl; 2010 Eichhorn Pinot Bianco Manincor, Spannung, Eleganz, Körper, Frucht und Gerbstoff; 2010 Terlaner Pinot Bianco Muri Gries/Klosterkellerei, voll und rauchig, das Holz dezent eingesetzt, ein schöner Speisenbegleiter;  2009 Sanct Valentin Pinot Bianco Kellerei St. Michael Eppan, trotz Holzausbau mit Eleganz und Frische versehen.

Einige Zeit nahm abschließend der Tisch der Arunda Sektkellerei in Anspruch. Mit 1200 m Seehöhe die am höchsten gelegene Sektproduktion Europas, scheint dieser „Höhenzuschlag“ den verschiedenen Sekten nur gut zu tun, sie sind allesamt ganz herausragend (was der direkte Vergleich nur wenig später mit Champagner auf der Wies‘n deutlich zeigte). Schon der Talento Brut zeigt mit 30 Monaten Hefelager viel Talent; der Talento Extra Brut aus 80% Chardonnay und 20% Blauburgunder ist straight, elegant, erfrischend. Für die Cuvée Marianna, nach der Mutter benannt, wird der Chardonnay, der ebenfalls 80% ausmacht, im Holz ausgebaut, das gibt Intensität, aber auch Fruchtnoten machen den Charme dieses Sektes aus, der auch mit klassischen Hefenoten besticht. Die 2006 Arunda Riserva aus 60% Chardonnay und 40% Pinot Noir reift 60 Monate auf der Hefe, das ist der ideale Speisenbegleiter und kann vielen Champagnern die Stirn bieten. Wieder sehr frisch der Arunda Rosé, trocken, sehr hell in der Farbe, und der Arunda Excellor aus 100% Pinot Noir, der auf 800 m wächst, mit zarten Orangenschalenaromen.

Vieles blieb unverkostet, aber so weit wär‘s ja nicht nach Südtirol, nicht wahr?

Zu danken ist noch den Organize-Organisatioren und dem Arabella-Sheraton-Team für unermüdliches Gläserwaschen. Und den Südtirolern auch für Schüttelbrot, Käse und Speck!

 

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