Die Großen Gewächse 2010 - Eine Annäherung

25.09.2011

Deutschlands Winzerelite, aus österreichischem Augenwinkel betrachtet.

Nach Wiesbaden zu fahren, die Großen Gewächse des Jahrganges anlässlich der Vorpremiere zu verkosten fühlt sich ein wenig an wie ein Familientreffen. Das liegt mit Sicherheit auch an der grundlegend professionellen, zugleich aber sehr persönlich gehaltenen Betreuung durch die VDP-Damen, die gemeinsam mit einem unermüdlichen und effizienten Serviceteam für eine nahezu perfekte Abwicklung der logistisch doch immer wieder sehr herausfordernden Verkostung sorgten. Die Herausforderung war natürlich auch für die Verkoster selbst gegeben: über 300 Weine in zwei Tagen, wenn man da jedem Wein die gebührende Konzentration schenken will, kommt man damit nicht aus.

Weshalb erstens die meisten Verkostungsnotizen tatsächlich nur als „Annäherung“ verstanden werden können, nicht nur weil sich die Weine sehr inhomogen und teilweise sehr verschlossen präsentierten. Der Wunsch nach einem dritten Tag scheint mir jedenfalls nur allzu berechtigt. Mir selbst blieb aus terminlichen Gründen heuer gar nur ein Tag, das hat schon im Vorfeld eine nur eingeschränkte Auswahl zugelassen. Dafür habe ich mich an die angenommenen Besten gehalten - und doch in den Gesprächen danach feststellen müssen, dass ich auf einige vergessen hatte und mir dadurch auch einige „Neuentdeckungen“ verwehrt blieben.

Auch wenn das Gefühl des „Neuen“ nicht mehr ganz so ausgeprägt ist wie noch vor einem Jahr, es stehen doch 20 Jahre Österreich-Wein-Erfahrung gegen vielleicht 2 intensivere Deutschland-Jahre, die aber durchaus - Familientreffen Nr. 2-Gefühl - in einer Vertrautheit mit vielen Labels und Namen mündet. Und so kann ich zwar die Kritik einiger Kollegen an der Tatsache, dass nicht nur trockene Große Gewächse zur Verkostung kamen, sondern auch wieder Weine aus Erster Lage von Mosel/Saar/Ruwer, die oberhalb der gesetzlich festgelegten Obergrenze für die Geschmacksangabe trocken liegen, zwar in der Sache übereinstimmen, aber die Emotionen, die die Weine von Heymann-Löwenstein oder Van Volxem frei setzen, lassen eben eher Freude als Kritik Raum greifen.

Für mich als gelernte Österreicherin in Sachen Wein ist die deutsche Klassifizierung zwar nicht unbedingt ein großes Mysterium, aber immer wieder eine neue Herausforderung. Große Gewächse sind per definitionem trockene Weine aus definierten Ersten Lagen und sollten die Qualität der Lage in sich tragen. Doch die liegt nicht in jedem Jahrgang so einfach auf der Straße respektive in den Weingärten. Mit einem Jahr wie 2010, wo viel Niederschläge, ein größtenteils kühler und nasser Sommer, sehr uneinheitliche Reifeprozesse der Trauben und Fäulnisdruck einiges an Problemen, auf jeden Fall niedrige Erntemengen und hohe Säurewerte mit sich brachten, kann einfach nicht von einem vorprogrammierten Erfolg auch noch so guter Lagen gesprochen werden. Da scheint es so mancher Winzer mit der Angst zu tun bekommen zu haben, der größte Teil dessen aber, was vorwiegend als Durchschnitt wahrgenommen wurde, blieb mir durch mein knappes Programm allerdings verborgen.

SILVANER 2010

Franken

Ich mag Silvaner. Er erinnert mich oft an Grünen Veltliner, grade dann, wenn ich ihn blind an einem unverdächtigen Ort zum Mittagessen bekomme ;)

Stein Bürgerspital zum Hl. Geist: feine Apfelnase; viel Substanz und Fülle; kraftvoll, Druck, viel saftige Frucht; mineralische Würze, einiges an Extrakt, toll als Speisenbegleiter. 17,5
Stein Staat. Hofkeller Würzburg: weiche gelbe Frucht; leichtfüßig, rassige Säure, lebendig, saftig; Mineralität und Säure schaffen sich deutlich Platz. 16,5
Stein Juliusspital Würzburg: dunkles Gelb; sehr reife, gelbe Frucht, mächtig; überraschende Säure mit deutlichem Extrakt, gewichtig, toller Speisenbegleiter zu Asiatischem, aber Achtung Säure! enormer Schmelz, und doch etwas eindimensional. Mineralischer Nachhall. Lang. 17,5
Kapellenhof „Mönchsberg“ Bickel-Stumpf: fröhliche Apfel-Birne; saftig, reif am Gaumen, Säure geht in Mineralik auf, trinkt sich gut; wirklich süffig, lebendig, anregend. Potential. 17
Lump Michael Fröhlich: extreme Zuckerlfrucht, richtig Eiszuckerl! Schmelz, auch Mineralik, aber Aromatik passt nicht, wirkt künstlich. 14,5
Küchenmeister Weltner: im ersten Moment leichter Eindruck von nassem Karton, doch dahinter verbirgt sich feine Frucht, Birne, Mineralität und Eleganz. Steht unglaublich gerade da, Säure auch angenehm präsent. Keineswegs wuchtig, ein eleganter, balancierter Herr. Saftig. Ein schöner Wein zum Trinken. Freudig. Länge. 18
Julius-Echter-Berg Juliusspital Würzburg: dicht, reif, satt; viel Schmelz, aber auch Säure, Frische, elegant. Doch unausgewogen. Zu alkoholisch. 15

RIESLING 2010

Mosel-Saar-Ruwer

Vielleicht mag ich die Rieslinge von Mosel und Saar deshalb so, weil sie so sehr anders sind als die Österreicher. Die Gewalt des Schieferbodens, das Spiel mit Säure und Süße, die in den Mosel-GGs ja doch da ist - das hat große Faszination für mich. Ich bin, das gestehe ich gern ein, eine auch sehr emotionale Trinkerin ;)

Altenberg Von Othegraven: sattes Gelb, Bodennoten wie gebröselter Stein; viel Schmelz, sehr dicht, cremig; Säure schwimmt darin fröhlich; mineralische Länge, Salz. Sehr spannend, Frucht kommt erst ganz spät, dann aber sehr schöne Pfirsichnote. Absolut elegant. 18,5
Scharzhofberger Reichsgraf von Kesselstatt: helles Gold; sehr intensive Nase, Frucht; satte reife Fruchtfülle, Säure, Mineralik. Verdächtig einnehmend, sehr eindrucksvoll at first sight. 16,5
Bockstein Von Othegraven: erst etwas Boden, dann Frucht; anregende Säure im Schmelzfond; schöne Länge aus Frucht und Säure und Mineralik; eher Zitrus als Steinobst. 17,5
Nies‘chen Reichsgraf von Kesselstatt: bodengebundene Frucht; sehr mineralisch, dann Säure und Frucht, fast ein kleiner Karamelltouch, aber ganz dezent nur, eher sehr viel Säure, dank Schmelz erträglich. Schlummert noch, braucht Zeit. 17+
Goldtröpfchen Reichsgraf von Kesselstatt: golden; reife Frucht; viel Frucht und Schmelz, aber auch Säure; beisst sich rein. Hat Gewicht und Länge, noch sehr verhalten insgesamt. Säure reißt noch ein bissl aus. 17,5
Juffer-Sohnnenuhr Fritz Haag: intensiv reife gelbe Frucht; Säure und Mineralität sind nicht plakativ für sich, es ist alles im Schmelz eingeschlossen. Toller Stoff jetzt schon. Zwar schad, aber durchaus Trinkempfehlung. 17,5
Juffer-Sonnenuhr Reichsgraf von Kesselstatt: leichter Karamelltouch in der Nase; auch am Gaumen Fülle bei Frucht, sofort Mineralik und Säure, sehr lebendig, Stein kommt gut durch. Spannung drin, starke Mineralität, fast salzig; Potential. 17
Doctor Reichsgraf von Kesselstatt: reife Frucht, aber verhalten; zarte Fruchtkomponenten mit Luft, Hauch Karamell; satte Mineralität, Eleganz, dünkt mich klar und geradlinig; leichte salzige Noten. 17
Doctor Geheimrat J. Wegeler: vordergründige Frucht; sehr reif am Gaumen, Schmelz; Mineralität und Säure, diese allerdings wirkt scharf, unangenehm. Ob Beethoven den so hätte wollen am Totenbett? 16
Josephshöfer Reichsgraf von Kesselstatt: sehr mineralische Nase; frische Frucht, Zitrus; lebendig, frisch, anregend. Ein Knabe, der sich entwickeln muss, etwas ungestüm; kernige Mineralität. Hat was von einem künftigen Marathonmann. 17,5
Sonnenuhr Reichsgraf von Kesselstatt: helles Gold; reife Frucht wie Zuckerl; Boden und Frucht gemeinsam im Gleichschritt; sehr dicht, sehr einladend, sich zu vertiefen; große mineralische Länge, die macht auch den Reiz aus, noch und noch zu wollen. Stein satt. 17,5
Sonnenuhr Dr. Loosen: helles Gelb; Nase Boden, dann erst Frucht, dann knallhart Säure und Stein, und wieder Frucht Steinobst, aber sehr scharf in seiner Ansage von Säure. Frucht hält aber wacker stand, dann die salzigen Noten des Bodens. Spannung drin von Anfang bis Ende. 18,5
Sonnenuhr „Langenberg“ S.A.Prüm: leichtes Gold, reife Frucht; viel Frucht am Gaumen, gelbe Früchte; Mineralik erst, dann wieder reichlich Frucht mit Säurespiel; sehr satt und dicht, reichlich Extrakt. Länge. 18,5
Sonnenuhr „Lay“ S.A. Prüm: Gold; weiche Fruchtnase; weich auch Gaumen, dann Mineralik, Säureschärfe gestützt durch extremen Schmelz; der besondere Charakter erschließt sich nicht leicht, aber ein sehr guter Wein. 18
Prälat Dr. Loosen: vollwürzig; sehr weiche reife gelbe Frucht, satt; viel Mineralität und Schmelz und Säure, sehr dicht verwoben; immer die Spannung des Bodens da. Das Mineralische scheint kein Ende zu nehmen. Macht Lust auf mehr. 18,5
Treppchen Dr. Loosen: wieder leicht rauchige Noten, vom Boden?; mit Luft auch reife Frucht, Salz, Länge, sehr satt und dicht, der in ein paar Jahren! was auch für alle anderen dem und dem vorhergehenden Flight gilt .... 18,5
Marienburg Clemens Busch: Dunkelgelb; reif, viel Frucht; sehr mineralisch, Apfelfrucht, schmeckt nach Naturhefen, sehr klar; Spannung, nicht typisch Mosel; etwas Gerbstoff? Mineralik, aber alles ganz balanciert, macht Freude und Spaß. Vor allem die Frucht .... saftiger Trinkspaß. 17,5
Marienburg „Rothenpfad“ Clemens Busch: Gold; frische Apfelfrucht, leichte Botrytis; Fülle, Spontangärung? + Reinzucht; sehr eigen; spannend, anderer Stil - erinnert an Österreichb - der Moselwein für Ösis 17,5
Marienburg „Fahrlay“ Clemens Busch: Dunkelgelb; reife Honigfrucht; einige Würze; viel Frische; späte Ernte dennoch; bissl Schiefer in Nase; viel Schmelz, Kraft; aber auch straff mineralisch; satt mit Frucht, für entspannte Trinker. 18+

Rheingau Erstes Gewächs

Im Rheingau laufen die Dinge etwas anders, da heißen die Großen die Ersten, für deren Anerkennung ist der Rheingauer Weinbauverband selbst verantwortlich. Das bringt alljährlich eine große Fülle an Ersten Gewächsen, die im Gesamtchor der großen trockenen Weine dann doch oft sehr zwiespältig aufgenommen werden, um es einmal vorsichtig auszudrücken; in einschlägigen deutschen Foren gibt es so etwas wie eine allgemeine Rheingau-Schelte. Aus Zeitmangel und auch aufgrund der Erfahrung des vergangenen Jahres habe ich hier viel ausgelassen.

Pfaffenwies Graf von Kanitz: feine reife Frucht; sehr straff, mineralisch, scharf, Säure; nicht grad ein Vergnügen zu kosten, ich würde noch Zeit geben. Viel Frische, zu kräftigem Essen - Schnitzel! - sicher gut. 16+
Krone Graf von Kanitz: reif und würzig, aber rund; viel Extrakt, viel Würze, Gerbstoff. Straff, Säure; hart; aber anregend, man möcht‘ ihn schon trinken. Hinten Würze, salzig. Nicht sehr dicht. 16,5
Berg Schlossberg Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach: Sehr weiche reife gelbe Frucht; Extrakt und Schmelz, weich, Säure. Sauber. Geradlinig. 15
Schloss Johannisberger Domäne Schloss Johannisberg: Verhalten, eher Würze; nur zart die Frucht hinter Mineralik. Gerade, schlank wirkend, aufrecht. Viel Mineralität kommt und bleibt. Ein noch schlummernder Wein, der in seiner Verhaltenheit einfach noch zu wenig Ausdruck hat. Braucht noch. 17
Schloss Vollrads Schloss Vollrads: Satte Malo; einfach zu viel an fast kitschiger Frucht dadurch, Joghurt; übertönt die Mineralik. 15
Lenchen August Eser: Rauchige reife Würze; dicht und extraktreich; eher Würze als Frucht, Mineralik, ein kompakter Wein, hat einiges Potential, noch nicht strahlend - vielleicht nie so, aber toller Begleiter. 16,5
Gräfenberg Robert Weil: Dichtgepackt, rauchig, reif und satt; Schmelz und Mineralität, Säure auch, aber fügt sich ein. Lauernde Spannung. Sehr füllig. Macht sich etwas behäbig auf den Weg. 17,5
Weiß Erd Künstler: Frucht, helles Steinobst, weißer Pfirsich! Hauch Malojoghurt?; Frische, lockt hinein; Säure erfrischt, wird wunderbar balanciert. Stimmt in sich in seiner Lebendigkeit. Wird noch einiges können. Fruchtnachhall. 17,5+
Kirchenstück Künstler: Reife Frucht; sofort aber Mineralität, am Gaumen Frucht sehr frisch und klar, bissl Zitrus; keine Langeweile, sondern sehr lebendig, will weitergehen. Muss sich aber noch gedulden. 17,5+
Hölle Künstler: mineralische Nase, Boden; Frucht reif, viel Mineralik, karamelliger Unterton; Säure sehr klar, macht Lebendigkeit auch aus; sprüht, lacht, muss sich erst ganz in sich finden. Zitrusnachhall, Länge. 17+

Nahe

Die Nahe ist immer für spannende Weine gut, aus unterschiedlichen Ansätzen. Eindeutiger Favorit: Schäfer-Fröhlich.

Pittermännchen Schlossgut Diel: feine dezente Nase; frische Apfelfrucht, grüner Apfel, die Säure da, sehr mutig, sehr scharf; sehr erfrischend und lebendig. 17
Goldloch Schlossgut Diel: verhalten; reif und extraktreich, aber von Säure überlagert. Mutig. Sehr klar. Sehr straff und geradlinig, keine Anbiederung. 17,5
Burgberg Schlossgut Diel: leicht rauchig; Schmelz, Säure drängt sich erst später durch; satter Fruchtton mit etwas Holznoten.  17+
Schlossberg Schlossgut Diel: Karamelltouch; satt und cremig, mit Schmelz, dicht, gegen das Geschmeide sträubt sich die Säure; hält lange an, Mineralität kommt hier toll durch, etwas anstrengend. 17,5
Bastei Gut Hermannsberg: Reife Farbe; Frucht wirkt entsäuert; aber am Gaumen doch scharf; nasser Karton, Papiertaschentuch. 16
Dellchen Dönnhoff: sehr reif; reife Frucht und sofort Schärfe, Säure, aber volltönend, nicht wirklich unangenehm; durch reichlich Schmelz gestützt; viel Nachhall mit Mineralität und zitrusunterlegter Frucht; kann was. Nicht ganz groß, aber sehr gut. 17,5
Hermannshöhle Dönnhoff: sehr dicht in Nase, reife Noten, nicht wirklich Frucht; leicht rauchig am Gaumen, viel Schmelz, Länge; steht fest da, unerschütterlich, gewiss; rauchiger Nachhall. 17,5+
Hermannsberg Gut Hermannsberg: erstaunlich reife Fruchtnase; wirkt nicht echt; hat echtes Leben verloren. Säure kommt ja doch durch, mineralisch nur am Rande. Zitrusrest. 15,5
Kupfergrube Gut Hermannsberg: frische Frucht, Apfel-Zitrus; sehr scharf von Säure; beisst sehr rein. Frisch. Kein Charme jetzt. 15,5
Kupfergrube Schäfer-Fröhlich: rauchig; auch am Gaumen, spielt mit Boden. Kaum Frucht, nur dezent mit Extrakt im Hintergrund. Einige Spannung. Gibt Stoff. Zum Erwarten. 18+
Felsenberg Dönnhoff: weich und opulent; weiche gelbe Frucht, reif; einiger Schmelz, viel Frucht, Würze, Salz kommt sehr durch. Schön. 17,5
Felsenberg Schäfer-Fröhlich: ganz Boden; viel Extrakt, Bodenwürze, stoffig, reif, satt, spannend, dann auch Frucht dazwischen, aber nicht definierbar. Hat einen leicht dramatischen Ansatz. Einlagern. 18,5+
Felseneck Schäfer-Fröhlich: Kräuterwürze, Gemüsesuppe; schießt sehr schnell hervor, viel Extrakt, wirkt etwas dunkel, als würde er noch vorsichtig schlummern, um dann aufzudrehen; Länge. 18+
Frühlingsplätzchen Emrich-Schönleber: dicker Fruchtkitsch; auch Gaumen viel Frucht, gefällt, wirkt sofort; feine Mineralität, für Anfänger des dt. Weines; einige Säure von Schmelz überdeckt. Weniger Spannung. 16,5
Halenberg Emrich-Schönleber: Frucht; hier etwas mehr Mineralität, zieht schön durch; prägnante Mineralik, Säure beisst sich fest. 17
Halenberg Schäfer-Fröhlich: Stein; weicher fruchtiger Schmelz mit reichlich Mineralität; spannungsvoll und lebendig, Druck. Man will davon haben. 18,5+

Rheinhessen

Auch für Rheinhessen gilt: markante Lagen, spannende Weine - da kann man schon von Großen Gewächsen reden.

Rothenberg Gunderloch: schöne Frucht; gelbe Früchte, quirlig, recht reif, nicht balanciert, unrund, Schärfe. 15,5
Rothenberg Kühling-Gillot: kräftiges Strohgelb; dezente reife Frucht; sehr mineralisch mit Säurehall; Zitrusnoten; viel Frische und Lebendigkeit, animierend; sehr mineralischer Nachhall + Länge. 17+
Pettenthal Gunderloch: reife Frucht; fruchtig in erster Linie, keine besondere Identität, etwas Mineralik, Fruchtnachhall, wenig Spannung und Zug. Normal. 16
Pettenthal Kühling-Gillot: Gold; Schiefernase deutlich; Schmelz und Kraft; sehr salzig, sehr pointiert, sehr fordernd; ein Wein, der einem keine Ruhe lässt; salzige Länge. 18
Ölberg Kühling-Gillot: weiche reife Nase mit Prägnanz; reife Frucht; einige Säure, viel Schmelz und Extrakt, frische Apfelfrucht mit Zitrus, Länge; strahlig. 17,5
Aulerde Wittmann: kräftiges gelb; reife Nase; viel reife Frucht aus Marille und Zitrus; schon einige Säure, die den Wein sehr belebt; gibt einigen Kick; der Extrakt ist etwas hinter Säure und Mineralik versteckt. Stoff. 17,5
Kirchspiel Wittmann: dunkelgelb; reife Birne und Nektarine; feine zitruslastige Frucht am Gaumen; viel Mineralik nach hinten raus, lässt nicht nach, Säure ist in Schach gehalten; nettes Spiel mit der Frucht, das geht auch ohne Kirche ;) langer Nachhall mineralisch. 17,5+
Brunnenhäuschen Wittmann: dichte dicke Frucht; schöne Reife; gelbe Früchte und viel Salzigkeit gleich dazu gepackt; die Mineralität ist hier das Bestimmende, dazu noch dieser Fruchtschmelz, sehr einnehmend, geschmeidig, lang. Balanciert. Hallt mit Frucht und Mineralik nach. 18+
Morstein Wittmann: dunkelgelb; verhalten; keine Frucht, nur Kraft und Boden und Volumen und Balance und eindrückliche Mineralik. Das ist Wein. Er beirrt durch nichts. Ganz am Anfang eines langen Lebens. Mit Luft nach und nach ganz feine Marillenfrucht in Nase. 18,5+
Zellerweg am schwarzen Herrgott Battenfeld-Spanier: dunkelgelb; kraftvolle Nase; Frucht verhalten, eher Würze und Struktur vor allem; feine Bodenwürze; Fülle und Eleganz; sehr schön balanciert; kraftvoll, keiner, der hintan hält; Frucht ganz dezent unterschwellig; Länge; hinten frisch mit Fruchtschmelz. 17,5
Frauenberg Battenfeld-Spanier: kräftige Nase mit dezenter Frucht; wirkt sehr in sich geschlossen, nicht ragt heraus, alles verbunden; von allem ist auch da: Säure, Frucht, Mineralik, Kraft, und ein Hauch rauchiger Honig; zarte Länge. 17,5
Kirchenstück Battenfeld-Spanier: dunkelgelb; dichte Nase, einige Frucht, sehr viel Mineralik; Säure steht kräftig da, auch Mineralik; leichte Zitrusnoten; etwas Honig in Nase; viel reife Frucht am Gaumen, Extrakt; Spannung; ein Steppentier, schlank und schnell, das einfach lauert. 17,5+
Heerkretz Wagner-Stempel: gold; reife Fruchtnase; viel Fruchtschmelz; sehr satt, mit feiner Säurefrische; Würze, Säure schießt raus dazwischen; macht Spaß. 16,5
Höllberg Wagner-Stempel: reife Frucht mit Hauch Karamell; satt am Gaumen, viel Mineralität, sehr voll, kräftig, ein Prachtkerl, gibt aus, hat Muskeln, nix für die Vorspeis. Außer Seafood im Norden! 17

Pfalz

Eine für mich immer noch zu entdeckende Region. Sehr verheißungsvoll. Ich schätze Philipp Kuhn; sehr interessant auch der neue „Superstar“ von Winning.

Mandelpfad Knipser: rauchiger Stein; viel Reife in der Frucht, dann gleich markant mineralisch; ordentlich Säure; frische Wucht. Muss noch warten. 16,5
Steinbuckel Knipser: Boden und Frucht; ebenso am Gaumen 1:1; noch mehr Frucht; etwas Zitrus; nicht sehr dicht und lang, aber gut zu trinken; einige Frische hinten 16,5
Steinbuckel Philipp Kuhn: reife Frucht - dezente Malo?; leichte Bitternoten geben Charme; gelbe Früchte auf steinigem Boden; reife Äpfel; kraftvoll; Druck. 16,5+
Kirschgarten Philipp Kuhn: intensive Nase nach Stein und Frucht; sofort viel Kraft; sehr Boden und Wein, weniger Frucht; etwas Gerbstoff; Extrakte; kühn und drängend. mineralischer Nachhall. 17+
Burgweg Philipp Kuhn: dunkelgelb; satte reife Frucht, viel davon; viel Mineralik, bezwingend; macht Druck, lauert noch im Hinterhalt. Aber sehr schön in der Anlage; vibriert unter Oberfläche. Hat Spannung in sich. Kommt. 18+
Pechstein Acham-Magin: Fruchtnase; viel Säure; feine Zitrusnoten und etwas Steinobst; schwingt fröhlich; sehr geradlinig, klar. Ohne besonderen Individualkick. 16
Pechstein Geh. Rat Dr. v. Bassermann-Jordan: leicht rauchige Noten; helle Früchte, rassige Säure, knackig und klar; lebendig, erfrischend. Mineralik im Nachhall. 16,5
Pechstein Reichsrat von Buhl: Volle Fruchtnase; viel Säure, Mineralik, Frische, Zitrus; Sehr lebendig. Etwas Schärfe. 16
Pechstein Dr. Bürklin-Wolf: reife Frucht; auch Gaumen schöne Fruchtschmelz; wärmere Frucht, dann sofort Mineralik, Säure offenbar dezent verborgen; schmeichelt fast, aber wirkt ein bissl aufgesetzt. Etwas leicht Bitteres. 15,5
Pechstein von Winning: Holz, etwas Frucht; sehr füllig, rauchige Anmutung: nicht mein Typ, aber mit dieser Mineralik schon beeindruckend; einige Zitrusfrische; spannender Typ. Wie ein grauer Wolf. 17,5
Kirchenstück Acham-Magin: schöne reife Fruchtnase; Frucht mit etwas Zitrus; lebendig, rauchige Mineralität; Apfel-Zitrus; sehr erstaunlich, frisch, anregend; kein behäbiger Wein. 17
Kirchenstück Geh. Rat Dr. v. Bassermann-Jordan: verhalten, nur ein Hauch von Rauchigkeit aus Stein; reife Frucht am Gaumen; aber mehr Würze und Mineralik; nicht so weich-charmant; unzugänglicher; dennoch recht gerade und schön. 16
Kirchenstück Reichsrat von Buhl: üppige süße Marillenfrucht; klare Säurehaltung, Mineralik; die Säure steht sehr gerade da, Zitrustöne; kein Schmeichler wider die Nase!; weckt auf; leichte Rauchigkeit im Hintergrund, aber eine vom Stein: Säurenachklang und Mineralik. 17
Kirchenstück Dr. Bürklin-Wolf: weiche Frucht; sehr steinige Anmutung am Gaumen, mit Schmelz und Reife; wenig Charme; gibt sich etwas unnahbar trotz Schmelz, sehr mineralisch. 17+
Kirchenstück
von Winning: Holz. Frucht; viel Stein, der schmeckbar wird. Sehr kompromisslose Haltung: fordernd, Länge, Nachhall; der Boden bleibt am Schluss ganz dominant. 18
Ungeheuer Reichsrat von Buhl: reife Kuchenfrucht; Fruchtreife und Säure und Salzigkeit; viel Extrakt, Zitrusfrisch, Säure ungezügelt; lebendig. Wärmt: braucht Zeit. 17,5
Jesuitengarten Geh. Rat Dr. v. Bassermann-Jordan: Von weichem Stein verdeckte Frucht; sehr lebendig, viel Boden, Säure, animierend; zarte Frucht drunter. 16,5
Jesuitengarten
Reichsrat von Buhl: etwas nasser Karton; schöne Frucht, sehr dicht und intensiv; Säure schon auch ordentlich; strahlig; flirrend; Frucht dringt schön durch die Phalanx an Säure und Mineralik; balanciert. 17
Jesuitengarten Dr. Bürklin-Wolf: Joghurtfrucht; leider kitschige BSA, zu weich dadurch, auch wenn Mineralität schön da: aber diese Aromatik kostet leider das individuelle Leben. 15,5
Kalkofen Geh. Rat Dr. v. Bassermann-Jordan: klare Frucht; satt und frisch zugleich, nicht sehr individuell, schöner Riesling. 16
Kalkofen Dr. Bürklin-Wolf: verhalten; weiche reife Frucht, einiger Schmelz; gedrosselt? auch durch Mineralität wird Säure gebündelt; Fruchtnachhall, nicht soo spannend. 16,5
Kalkofen
von Winning: dezente reife Frucht; viel Frucht erst, einige Geschmeidigkeit; Mineralik kommt hier am schönsten durch. Elegant. Tadellos. Nichts Vordergründiges, verströmt sich nur ganz leise. Schlummert. 17,5+
Kieselberg von Winning: riecht warm wie eine Apotheke beim Betreten; viel Frische und Säure; lebendige  freche Härte am Gaumen und auf Zunge; Zitrus; viel lebendiger als Nase; ein feingliedriger Wein im jugendlichen Stadium. 17,5
Hohenmorgen Geh. Rat Dr. v. Bassermann-Jordan: weiche Frucht mit Schmelz; wurde da gedreht? aber frisch und lebendig, fröhlich; einiger Zitrus hintennach; leichtfüßig, zarte Frucht; zarte Mineralik. 16,5
Hohenmorgen Dr. Bürklin-Wolf: kräftige Fruchtnase; niedergebügelte Frucht, viel Mineralik, dadurch dies gemildert; eher Apfel; Länge; am Gaumen bis auf Frucht gut. 16,5+
Reiterpfad Reichsrat von Buhl: viel Frucht Steinobst, aber sehr gerade und nicht üppig; schön auch am Gaumen, mit viel Mineralik; Schmelz und Fruchtreife, einige Bodenaromen; steht sehr gerade da; braucht Luft. 17,5
Spiess von Winning: Boden; sehr schön die Mineralität im Vordergrund, die fixiert die Säure; Länge, feine Apfelfrucht unter allem; sehr spannend, sehr lebendig, in sich aber gut balanciert. 18+
Gaisböhl Dr. Bürklin-Wolf: sehr reif, sehr plakativ; wenig präziser Charme; ein kleines Zuckerspitzerl verborgen; Mainstream, verständlich, mit etwas Mineralik. 15
Im Sonnenschein Ökonomierat Rebholz: offene Frucht; leicht oxidative Noten; rauchig; die Säurefrische stimmt; sehr geradlinig. 16,5
„Ganz Horn“ im Sonnenschein Ökonomierat Rebholz: offene Frucht am Gaumen, frische Säure; Eleganz. 17
Kastanienbusch Ökonomierat Rebholz: reife Frucht, Birne; wieder etwas Gerbstoff, Zitrus, klar, straff, ein „schneller“ Wein, hält nicht lange vor; frisch. 16,5

WEISSER BURGUNDER 2010

Weißburgunder gehört in Österreich zu den viel zu wenig gewürdigten Rebsorten, deshalb habe ich mich da auch ein wenig umgesehen.

Saale-Unstrut

Edelacker Pawis: zarte Holznase; gewisse Üppigkeit mit Frische, Holz überlagert. Viel gemüsige Würze. 16

Franken

Karthäuser Juliusspital Würzburg: weiche Frucht; sehr verhalten am Gaumen erst, dann entwickelt sich Struktur; hat gewisse Eleganz; sehr feinfruchtig, aber nicht im Vordergrund. 15,5

Württemberg

Gips „Marienglas“ Gerhard Aldinger: Malolaktisch in Nase; auch am Gaumen Joghurt, zu deutlich dies; dann leichter Holzton - wo ist der Wein? 14,5

Pfalz

Im Sonnenschein Ökonomierat Rebholz: offen, Kräuterwürze, auch Holz dezent. Sehr weinig, eher Gerbstoffstruktur; robuste Mineralität, leichte würzige Bitternoten, langer Nachhall. Als Begleiter jederzeit willkommen. 17
Sonnenberg „Redling“ Bernhart: sehr verhalten, sauber; frische Frucht, eher Zitrus, sehr erfrischend; ein klassischer WB, der Freude macht und nichts vorgibt. Hat dennoch schöne Geschmeidigkeit, mit der Luft wird immer mehr, feine Säure, Würze. Apfelnachhall. Sehr sauber. 16,5+

Franken

Schützenberg Freiherr von und zu Franckenstein: Holz; und wieder Holzfass, erschlägt den Wein. Der nicht so schlecht wär, zarte Fruchtnoten kommen dahinter am Gaumen durch. Man müsste ihm wohl mehr Zeit geben. 14,5+
Sonnenstück Blankenhorn: feine schöne Apfel-Birnenfrucht; sehr saftig; eher zart von Frucht her, geht dann auf mit schöner lebendiger Struktur, elegant; macht Freude zu trinken. und ist doch ernsthaft. 17
Kirchberg Salwey: Nase erst Holz; am Gaumen etwas weniger, saftige säuerliche Frucht; etwas Adstringenz, aber macht bereits Spaß. Lang und mineralisch. 16,5
Henkenberg Salwey: dunkelgelb; weich, diffuse gelbe Frucht; saftig, füllend, leichte Holzaromatik, aber subtil drin; sehr sauber, wärmend; toller Begleiter - in ein paar Jahren. 17+
Winklerberg Dr. Heger: diffus und nicht ganz klar; weich und rund am Gaumen, wie flachgespült; leichtert Holztouch; langsam kommt Struktur. Und die ist ganz gut, fordernd, Frucht hallt nach - Apfel. Nicht ganz balanciert noch. 16

SPÄTBURGUNDER 2009

In Österreich finde ich nur wenige für mich zufriedenstellende Weine. Die deutsche Stilistik, nicht nur an der Ahr, kann da schon viel mehr überzeugen. Und es sind immer wieder unerwartete Trouvaillen darunter. Leider war mir viel zu wenig Zeit gegönnt.

Ahr

Sonnenberg Meyer-Näkel: intensive Nase aus Frucht und Holz, einiges Volumen, Kraft, dicht, ernsthaft, viel Stoff, ein toller Begleiter. 17,5
Kräuterberg Meyer Näkel: Fruchtintensiv, Himbeere trocken; leicht rauchig, aber eher Frucht und Holz harmonisch. Balanciert, ausgewogen. Sehr stimmig, viel mineralische Würze hinten. 17,5
Pfarrwingert Meyer-Näkel: runde Frucht, fast noch einen Tick mehr Himbeere; gleich danach schießt Mineralität hervor. Schöne Würze, ausgewogen, lang. Potential. 18

Rheinhessen

Brunnenhäuschen Gutzler: zart-rauchig; animierend, trockene Frucht, saftig, sauber; mehr Frucht mit Luft. Klarer Wein, einiger Gerbstoff, leichte Adstringenz. 16,5+
Morstein Gutzler: Frische und Säure, feine Frucht, sehr schön zwischen Ribisel und Himbeer, sehr lebendig, viel Mineralität, blättrige Kräuter, auch Nase eher Kräuter, kaum Frucht. Viel Würze, leicht bitter. 17,5

Rheingau Erstes Gewächs

Stein Künstler: weich, malolaktisch; noch leicht flirrend, einige Frucht, aber eher zuckerlmäßig - wer‘s mag. Fruchtlänge, Mineralik gut. Hinten bitter. Mit Luft dann feine Säure, Malo verfliegt. 16,5
Reichestal Künstler: Holznase; auch dieses Flirren am Gaumen, sehr viel Mineralik, Holz übertönt. Bitter hinten, anregend, sehr ernsthaft. 17,5

Pfalz

Mandelpfad Knipser: Holz; Frucht, einiger Gerbstoff, etwas mühsam am Gaumen; Säure, fällt ein bissl auseinander. 16,5
Steinbuckel Philipp Kuhn: mineralische Frucht; Frucht und feine Säure, zarter Gerbstoff, Mineralik, sehr lebendig und fordernd. Länge. 17
Kirschgarten Knipser: Holz übertönt Frucht; Säure erster Eindruck am Gaumen, aber dafür frisch; eher zart, mineralisch, Gerbstoff. Als Essensbegleiter. 16,5
Kirschgarten Philipp Kuhn: Holz und Frucht; Säure fein, lebendig, anregend, Mineralik, sehr saftig, Frucht am Gaumen, Spiel, Eleganz. Holz balanciert, da kommt noch mehr. 17,5
Burgweg Knipser: Holzwürze, sehr würzig, kraftvoll, einige Frucht, wieder die Würze, Mineralik. 17,5
Im Sonnenschein 2006 Ökonomierat Rebholz: sehr hell; offene, leicht oxidative Frucht; zart und leichtfüßig am Gaumen, würzige Frucht, aber ziseliert, nicht aufdringlich, süffig, doch auch Gerbstoff und Säure, aber gut zu trinken, nicht weich. 16
Sonnenberg „Redling“ Bernhart: einiges Holz in Nase, wenig Frucht; erst am Gaumen, sehr viel Würze, Salz, straff, überzeugt mehr am Gaumen als in Nase. Noch verschlossen, jung. Wirkt spannend. 17+

Baden

Bienenberg Bernhard Huber: violett, alkohol. Frucht, flirrend, viel Frucht, noch ein Baby; Gerbstoff, fiele blind durch; leicht CO2, Säure, lebendig, saftig. Muss noch ruhen. 17
Schlossberg Bernhard Huber: feine elegante Fruchtnase, nicht dumpf oder getrocknet, sondern frisch, Kirsche; lebendig durch Säure, anregend, lockt und spielt, auch noch ganz jung, wie ein pubertierender Knabe; Würze, Länge in Frucht. 18
Sommerhalde Bernhard Huber: Frucht und etwas Holz; viel Frucht am Gaumen, frische wie oben, feine Säure, tolle Würze dann hintennach, sehr reich, dabei leichtfüßig, nicht schwer, ganz toll. Potenzial für lange Jahre. Wärmt. Große Balance. 18,5

Württemberg

Gips „Marienglas“ Gerhard Aldinger: hauch Granat im Rubin; schöne Burgundernase; leicht rauchig, Holz eingebunden, Fülle, satt und warm. Dezente Säure, ausgewogen. Ein bissl zu mächtiges Holz für die Sorte am Gaumen. Wärmt sehr. 17

RIESLING 2010 aus ERSTER LAGE

Mosel-Saar-Ruwer

Diese Weine liegen oberhalb der gesetzlich festgelegten Obergrenze für die Geschmacksangabe trocken und tragen daher nicht die Bezeichnung Grosses Gewächs.

Rausch Forstmeister Geltz-Zilliken: hell; ein ganz leichter Parfumhauch; sehr zart zunächst, wenn kalt; RZ nur zart, einige Apfelfrucht, gelbe Frucht; leicht gerbstoffig? Säure am Zahnfleisch, nicht am Gaumen. Sehr elegant, süffig. 17,5
Goldberg van Volxem: dicht und erdig, Kraft von unten heraus in Nase; schöne frische Mineralität; Kräuter, saftig dennoch, sehr mineralisch, RZ nicht schmeckbar. 17
Altenberg van Volxem: dunkelgelb; Boden, gepuffert durch Zuckernebel, der aber als solcher nicht in Erscheinung tritt; Frucht und Mineralität; schöner apfeliger Nachhall, Länge; wirkt sehr leichtfüßig, obwohl so viel Substanz. 17+
Gottesfuß van Volxem: Stein; viel Mineralik, sehr intensiv steinig; Schiefer; Salz; Länge. Anregend, voll, viel Fruchtschmelz hinter allem; kann was. 17,5
Volz van Volxem: sehr rauchig-holzig; dann flirrende Mineralität, Frucht im Irgendwo; doch kommt hinter Mineralik raus; der Stein bleibt übrig. 17,5
Scharzhofberger van Volxem: ah ja - reife Fruchtnoten; dann erst mineralischer Angriff, aber wird sehr gebremst durch den Schmelz und die extreme Fruchtreife und den Zucker, den man aber nicht schmeckt. Ist noch ein ganz junges Ding. Sehr ausgewogen jedoch. 18
Marienburg „Falkenlay“ Clemens Busch: Apfelfrische, dann etwas Zuckeransatz; auch süßer, schon leicht brauner Apfel, sehr viel Säure und Mineralik; beißt sich sofort in Zunge fest, Frucht bleibt sehr lang haften. 16
Marienburg „Fahrlay-Terrassen“ Clemens Busch: dicke süße Frucht; oxidierter Apfel, viel Mineralik; sehr salzig, wenig Charme, sehr dick der Apfel im Hintergrund, Apfelsaft natur. 16
Röttgen Heymann-Löwenstein: klarer Boden; sehr reife Frucht erst auf Zungenspitze, dann entfaltet er sich über den ganzen Gaumen in schönem Spiel zwischen Frucht und Boden. Zucker-Säurebalance. Macht Freude, ist auch gut zu trinken. 17,5
Uhlen „Blaufüßer Lay“ Heymann-Löwenstein: Köstliches Bodenstinkerl; sehr mineralisch, sehr viel Schiefer, sehr steinig; da hat die sichtlich reife Frucht kaum eine Chance. Stimmt aber in sich. 17
Uhlen „Laubach“ Heymann-Löwenstein: Frucht und Boden; deutlich süße Spitze, viel Schmelz, das Mineralische hält sich da nur daneben, nicht drüber, fast ein bissl drunter. Wirkt zu süß. Kräutriger Nachhall. Needs Time. 16+

Wenn ganz am Schluss noch eine Kritik angebracht werden darf - wobei das jetzt nicht den VDP im Kern betrifft: Weinverkoster und -trinker sind Genussmenschen; was aber als Mittagessen-Möglichkeiten in Fußweite des Kurhauses vermittelt ist, ist von äußerst bescheidener Qualität. Da wäre durchaus Handlungsbedarf gegeben!