Roman Wurzers Genussgewürze

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Auch junge Wilde wissen, dass für ein erfolgreiches Leben manches gezähmt werden muss und eine solide Basis braucht. Roman Wurzer, aus Mödling gebürtig, hat 2010 den Kochwettbewerb „Junge Wilde“ gewonnen und perfektioniert sein Können nun - nach Stationen im Taubenkobel, beim Floh, bei Döllerer - bei Joachim Wissler. Mit der eigenen Gewürzlinie „Genuss.Kochen“ hat er sich nicht nur selbst eine zweite Basis kreiert, sondern auch den Versuch unternommen, eine mögliche unkontrollierte Wildheit im Würzverhalten in effiziente Ausgewogenheit zu zähmen und dabei doch diesen Touch an Besonderem einzubringen. Um einige der bislang sieben erhältlichen Gewürzmischungen zu testen, haben wir - ein paar Freundinnen und ich - sie einer eingehenden Kochprüfung unterzogen.

Erster Eindruck: der innere Aromaschutzdeckel sitzt sehr fest. Das bewahrt natürlich die intensive Aromatik der Gewürze, stellt sich aber bei der Erstöffnung als gewisses Hindernis heraus. Aber Hausfrauen sind im allgemeinen ohnehin kräftig.

Dose 1: Genuss.Kochen.Huhn. Meersalz fein, Knoblauch, Paprika geräuchert, Pfeffer, Tomatenpulver, Fenchel, Estragon, Orangenschalen, Muskat, Anis, Rosmarin. Wir praktizieren „schnelle“ Küche - bloß kein großer Aufwand, es soll ja mehr reality show, aus dem Familienalltagsleben gegriffen, sein: 

denn genau dafür sind ja solche Gewürzmischungen konzipiert, für‘s nicht selber nachdenken müssen. Also Hühnerhaxerl mit dem Gewürz sowie etwas Honig kurze Zeit mariniert, ab in die Bratfolie, rein ins Rohr, raus, fertig. Wunderbar. Alles saftig, alles knusprig, und vor allem so ausgewogen gewürzt, dass sich ein harmonisches Geschmacksbild ergibt. Das scheint, wir stellen es in Folge fest, das Geheimnis dieser Gewürzlinie (die wievielte auf dem Markt befindliche eigentlich?) zu sein: die Ausgewogenheit.

Dose 2: Genuss.Kochen.Gemüse. Da liest sich die Zustatenliste schon länger, viele Kräuter sind dabei, auch Anis, Lavendel, Rauch-Aroma, und Sumach-Früchte. Es wird, das stelle ich sofort fest, zu meinem Lieblingsgewürz, peppt jedes Gemüse auf, ist auch für Erdäpfel gut geeignet. Wir haben es auf Zucchini, Karotten und Melanzane getan, die portionsweise in adretten Päckchen gegart wurden - perfekt auch zum Huhn.

Dose 3: Genuss.Kochen.Steak. Was brauch ich mehr als Pfeffer und Salz für Beiriedscheiben vom Tiroler Jahrling? Nun, irgendwie ist auch diese Zubereitung, vorsichtig dosiert, auf jeden Fall für diejenigen, die kein so herausragendes Grundmaterial an Fleisch zur Verfügung haben, ein Gewinn. Und selbst wir, misstrauisch aus Erfahrung, sind‘s zufrieden. Koriander, Kümmel, Piment, Senfkörner und etwas Chili zu allerlei getrockneten Kräutern können ja was. Erst beim Essen kam ich drauf, dass ich das Salzen vergessen hatte. Fiel gar nicht auf.

Dose 4: Genuss.Kochen.Winterhauch. Es gäbe auch ein eigenes Reh-Gewürz. Das stand uns aber nicht zur Verfügung (auch Fisch muss noch nachgetestet werden). Die schöne Küchenfee-Freundin aber hat immer Reh daheim (jägerischer Freundeskreis) und ist kreativ, also warum nicht Winterhauch zum zarten Tier? Schließlich scheinen Zimt, Koriander, Nelken, Piment, Muskat, Fenchel, Rosenblüten, Vanille, Sternanis und Kardamom grad richtig für ein sämiges, reduziertes Saucerl aus Rotwein, Portwein und was weiß ich noch. Denn als ich kam, stand das Rehgulasch schon fast fertig auf dem Herd. Chili freilich war noch zusätzlich vonnöten, um allzu winterliche Süße in den Vordergrund treten zu lassen. Aber sonst: wer das mag (und nicht grad der Frühling durch den Wintergarten lacht), der kann damit sicher einiges anfangen.

Dose 5: Genuss.Kochen.Schokolade. Eh klar. Schokoparfait. Also rein damit. Kakaopulver, Backzucker, Tahiti Vanille, Canehl Zimt, Kardamom, Süßholz, Piment, Sternanis. Bei dieser Zutatenliste kann man sich viel Schokolade sparen. Sehr intensiv schokoladig, und wir brauchen auch da ein Quantum Chili, damit etwas mehr Pep in die Sache kommt. Aber nur weil eine Gewürzmischung fertig scheint, heißt das ja nicht, dass man sie nicht noch eigenen Bedürfnissen nach komplettieren darf?

Letzter Eindruck: sehr brauchbare Linie. Vor allem die Ausgewogenheit macht den großen Gewinn aus. Das Verblüffendste war die Feststellung, dass man beim Steak-Gewürz ganz auf Salz verzichten kann. Gut für Menschen, denen salzarme Kost verordnet wurde! Und der mögliche Universaleinsatz der Gemüsemischung hat auch seine Vorteile. Auf jeden Fall eine gute Lösung für solche, die mit wenig Aufwand ein Maximum an Effekt haben wollen, durchaus geeignet, jemanden „einzukochen“.

Erhältlich sind die Gewürzdosen in dezentem Braun bei spiceworld.
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